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Berliner Morgenpost, Freitag, 13. August 1999

Bad-Pläne liegen auf dem Trocknen

Für Bau des Spaßbades fehlt den Bernauern die Aufnahme in die Landesplanung

Von Thomas Fülling

BM Bernau - Die Pläne für den Bau eines Spaßbades in Bernau liegen gegenwärtig auf Eis. Das erklärte jetzt Peter Fritz. Der Berliner Immobilienunternehmer will mit der Schweizer Investorengruppe "Aqua Planet" neben seinem Einkaufszentrum "Bahnhofspassage" ein großflächiges Spaß- und Erlebnisbad bauen.

Mit den jüngst beschlossenen Änderungen im Entwurf des Flächennutzungsplans hatten die Stadtverordneten wichtige Voraussetzungen für das von vielen Bernauern herbeigesehnte Hallenbad an diesem Standort geschaffen. "Die Pläne liegen in der Schublade, Förderanträge sind gestellt", so Fritz zum Stand Dinge. Doch aus Potsdam gibt es dazu bislang keine Reaktion. Grund dafür dürfte die vom Ministerium für Jugend, Bildung und Sport aufgestellte Bäderplanung des Landes sein, die der etwa 25 000 Einwohner zählenden Stadt Bernau kein eigenes Hallenbad zubilligt.

Dagegen fand die Nachbargemeinde Basdorf mit weniger als 5000 Einwohner darin Aufnahme. Im Ort befinden sich mit der Fachhochschule der Polizei und dem Landeskriminalamt zwei bedeutende Landeseinrichtungen. Allerdings haben weder das Land noch die Gemeinde Basdorf Geld für den Hallenbau, ein privater Investor fand sich bislang nicht.

Ein solcher steht in Bernau mit Fritz wiederum in den Startlöchern. Ohne öffentliche Hilfen will er das 40-Millionen-Projekt jedoch nicht realisieren. Neue Hoffnung auf Förderung ließ nun Manfred Stolpe (SPD) aufkommen. "Meines Erachtens gehört hier so etwas hin", antwortete der Ministerpräsident bei seiner jüngsten Wahlkampf-Stippvisite auf die Frage, warum ein Mittelzentrum wie Bernau im Landesplan nicht berücksichtigt wurde. Die Stadt sei bei der Aufstellung "einen Hauch zu spät gekommen", gab Stolpe den "Schwarzen Peter" an die Kommune zurück.

Bis Jahresende werde jedoch die Bäderplanung bis 2006 überarbeitet. Bernau solle sich rechtzeitig um Aufnahme bemühen. "Besondere Aktivitäten gibt es nicht, aber wir stehen in Kontakt mit der zuständigen Sachbearbeiterin", erklärte Wirtschaftsamtsleiter Thomas Rebs dazu. Grund für die Zurückhaltung im Rathaus dürften auch Vorbehalte von Stadtplaner Friedemann Seeger sein, der das Projekt für überdimensioniert hält und zudem das Gelände neben der Bahnhofspassage für Grünanlagen frei halten will.

"Diese Stadtverwaltung kommt immer zu spät", erregt sich die Landtagsabgeordnete Britta Stark (SPD) über die offensichtliche Lustlosigkeit in den Amtsstuben. Noch habe Bernau eine gute Chance, doch ohne ein ausgereiftes Konzept und einen Förderantrag der Stadt - nicht des Investors - laufe in Potsdam nichts, weiß die Politikerin.

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