Lagune Cottbus

Presse Lagune Cottbus


Lausitzer Rundschau 06.04.2009

Alter Bekannter interessiert sich für die Lagune

Cottbus Für das Cottbuser Sport- und Freizeitbad Lagune zeichnet sich eine Lösung ab: Am Dienstag trifft sich Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde nach eigenen Angaben mit einem "seriösen Interessenten". Über Details wolle sie noch nicht reden. Nach RUNDSCHAU-Informationen handelt es sich bei ihrem Gesprächspartner um die G1 Beratungs- und Einkaufsgesellschaft für Bäder GmbH mit Sitz im fränkischen Stein - die vor einigen Jahren schon im Lübbenauer "Kristallbad" aktiv war.

Ein Ableger der G1-Gruppe, die Kristallbäder AG, hatte noch bis vor zwei Jahren das Lübbenauer Spaßbad, das inzwischen unter dem Namen Spreewelten fungiert, betrieben. Als im Mai 2007 in Cottbus die "Lagune" eröffnet wurde, war es zum Bruch zwischen der Stadt Lübbenau als Eigentümer mit dem privaten Betreiber gekommen. Letzterer war 1,3 Millionen Euro Pacht schuldig geblieben und forderte wegen zu geringer Einnahmen Mietnachlass. "Es war ein ungleicher Wettbewerb", sagt Frank Nägele, Vorstandsvorsitzender der Kristallbäder AG, zurückblickend. Mit Erstaunen habe er zur Kenntnis genommen, dass nach dem Ausstieg seines Unternehmens plötzlich Erweiterungen möglich waren, die zuvor abgelehnt worden seien.

In der Stadt Cottbus könnte es jetzt zu einem erneuten Engagement kommen. "Wenn die Bedingungen stimmen", schränkt Nägele ein. Über Konditionen müsse noch geredet werden, generell stünde sein Unternehmen der Cottbuser Aufgabe aber aufgeschlossen gegenüber. Die Lagune sei bereits besichtigt worden. "Vieles ist beim Bau ganz gut gemacht worden, einiges hätten wir anders gelöst", lautet das Fazit Nägeles. Dem Cottbuser Bad bescheinigt er Potenzial und seinem Unternehmen das erforderliche Know-how. "Wir sind überzeugt, dass wir es besser können als der bisherige Betreiber", so Nägele. Cottbus sei freilich derzeit nur eine von mehreren Baustellen. "Wir werden gegenwärtig von Anfragen kommunaler Badbetreiber überhäuft", erklärt Nägele.

Von diesem Optimismus sind die 32 festangestellten Mitarbeiter und die Aushilfskräfte der Lagune derzeit weit entfernt, sagt Ralf Franke von der Gewerkschaft Verdi. "Die Stimmung bei den Kollegen ist sehr schlecht.". Hauptgrund sei die unsichere Zukunft. Nur noch in diesem Monat werde das Insolvenzausfallgeld gezahlt. Die Mitarbeiter könnten außerdem derzeit keinen Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen. "Es gibt Kollegen, die bereits rund 40 Überstunden angehäuft haben". Das sei der beste Beleg dafür, dass beim Personal kein Einsparpotenzial mehr vorhanden sei. "Zumindest nicht bei den gegenwärtigen Öffnungszeiten", erklärt Franke.

Die Gewerkschaft plädiere weiterhin dafür, dass die Stadt als Betreiber in die Bresche springe. Die Stadt müsste ohnehin Zugeständnisse an einen Betreiber machen und höhere Zuschüsse zahlen. "Dann kann es die Stadt auch alleine machen", so Franke.

"Wir schließen derzeit nichts aus", sagt der Cottbuser Finanzbürgermeister Holger Kelch (CDU). Nach dem Gespräch mit dem Interessenten werde die Verwaltung "in die Diskussionen gehen".

Von Sven Hering


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