Barbara Geisel, Highship Industries & Tycoon in Flensburg

Aufgedeckt: Plagiate auf highship-industries.com


Presseübersicht Barbara Geisel & Highship Industries in Flensburg


Flensburger Tageblatt 08. April 2013

Flensburg schreibt Highship nicht ab

Plan A oder Plan B für den Harniskai Flensburg? Es gibt eine Beschlussvorlage für den Hauptausschuss. Der Stadtrat lässt für die Harniskai-Investorin ein Türchen offen. Die hat einen Besuch in der Stadt angekündigt.

Flensburg

Auch wenn es noch gar kein Bodeneffekt-Fahrzeug made by Highship Industries gibt - das Thema nimmt seit unserer Veröffentlichung über das Airbus-Plagiat des zweifelhaften Investors immer mehr Fahrt auf. Barbara Geisel, Geschäftsführerin des um die Harniskaispitze gewachsenen Unternehmens-Dickichts, kündigt plötzlich einen Besuch im Hauptausschuss an; der Hauptausschuss selbst bekommt von der Verwaltung für seine Sitzung morgen eine Beschlussvorlage mit Lackmus-Qualität. Hier mag sich erklären, wer gläubig ist und wer nicht. Option a) meint den konsequenten Sofortausstieg; Option b) hingegen wendet sich an Ratsmitglieder, die immer noch glauben, ein "Highship" wird kommen.

Der Alternativ-Antrag für den nicht-öffentlichen Teil schlägt in der Tat vor, der Investorin noch zwei weitere Jahre Zeit einzuräumen, ehe man das Thema wieder auf die Tagesordnung nimmt. Option a) hingegen sieht Abmahnung und sofortige Einleitung des Heimfalls vor - und die Bereitschaft, sich mit der Investorin dann auf einen möglicherweise längeren Rechtsstreit einzulassen. Als Extra-Hebel schlagen Bürgermeister Henning Brüggemann und Michael Draeger für beide Fälle eine versteckte Gemeinheit vor: Geisel wird künftig einfach nicht mehr daran erinnert, dass sie mit der Pacht in Rückstand ist. Merkt sie das zwei Jahre nicht, tritt nach rechtlicher Einschätzung der Verwaltung automatisch der Heimfall ein. Gegenwärtig steht Geisel bei der Stadt mit 39 318, 07 Euro in der Kreide. Für 2013 hat sie allerdings eine Anzahlung gemacht.

Verwaltung nimmt zu Vorwürfen Stellung

Die Verwaltung sieht sich zunehmend unter Druck. Der Einladung zur morgigen Ausschusssitzung (vorbereitend für die außerordentliche Ratsversammlung am 15. April) ist eine 24-seitige Zusammenfassung beigelegt, in der sie sich mit der Entstehungsgeschichte und der wachsenden öffentlichen Kritik auseinander setzt. Als Resultat steht am Ende ein fast einwandfreies Verwaltungshandeln bei meist fehlerhafter Berichterstattung in den Medien.

Interessant die Beantwortung der Frage, was (der zwar geladene, aber an beiden Terminen verhinderte) Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner meinte, als er in der entscheidenden Sitzung Ausstieg und Heimfall in die Kategorie "sofort" einordnete. Die Begriffe "sofort" und "quasi kündigen", heißt es in der Synopse, seien in der inhaltlichen Bedeutung nicht erläutert, aber auch nicht hinterfragt worden. Gleiches gilt für die finanzielle Aufstellung von Highship.

"Vertiefte Recherchen wären eventuell hilfreich gewesen"

Basis der Bewertung war eine oberflächliche Inkasso-Auskunft über die Vorgängerfirma "Holomix Engineering", die im November 2010 ein Kapital von 6,6 Millionen Pfund auswies, ohne tiefer in die Aktiva- und Passiva-Analyse zu gehen. Die liquiden Mittel des Geschäftspartners mit dem Millionen-Projekt beliefen sich damals auf gerade 590 Euro. "Vertiefte Recherchen wären eventuell hilfreich gewesen", räumt Draeger ein, "wenn auch nicht zwingend angezeigt. Grundsätzlich sollte eine vertiefte Recherche entbehrlich sein, wenn... die WTSH (die vermittelnde Ansiedlungsgesellschaft des Landes, d. Red.) eine Ansiedlungsempfehlung ausspricht."

Die Empfohlene hat sich nunmehr überlegt, nach etlichen ausgeschlagenen Einladungen Flensburg doch wieder einen Besuch abzustatten. In einem Brief an Draeger kündigt die Geschäftsfrau ihr Kommen an - allerdings erst im Juni, also nach der Kommunalwahl. Keine Frage: Barbara Geisel, die sich seit vergangener Woche den Vorwurf gefallen lassen muss, die Darstellung ihres Projektes komplett beim Luftfahrt-Konzern Airbus abgekupfert zu haben (wir berichteten), ist entschieden für Plan B. "Die Aussage von Ihnen und damit der Stadt Flensburg, dass wir nicht bauen wollten und es besser wäre, in eine Rückabwicklung zu gehen, ist für uns ein deutliches Indiz, bestehende Missverständnisse abzubauen." Und: "Wir möchten", schreibt sie, "an dieser Stelle noch einmal bekräftigen, dass der Bau der Assemblinghalle... nach wie vor am Standort Flensburg umgesetzt wird."

Holger Ohlsen


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Ein Schiff wird kommen
Und meinen Traum erfüllen
Und meine Sehnsucht stillen
Die Sehnsucht mancher Nacht...