Barbara Geisel, Highship Industries & Tycoon in Flensburg

Aufgedeckt: Plagiate auf highship-industries.com


Presseübersicht Barbara Geisel & Highship Industries in Flensburg


Flensburger Tageblatt 09. Oktober 2012

Keine Spur vom Harniskai-Investor

Der Großinvestor Tycoon wollte in Flensburg ein hochmodernes Montagewerk erstellen. Doch statt zu bauen, lässt die Firma Fristen verstreichen und ist mit 24.500 Euro für die Pacht im Rückstand.

Flensburg. Die Kommunalpolitik hat keinen Spaß mehr am vermeintlichen Hochtechnologie-Investor am Harniskai. Eigentlich sollten dort seit vergangenem Jahr bereits hochgradig innovative Bodeneffekt-Fahrzeuge endmontiert und getestet werden, von 50 hochgradig qualifizierten Ingenieuren und Technikern in einer hochgradig modernen Montagehalle. Davon ist nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Das Gelände verwildert, Gebäude verfallen, der Investor Tycoon Ltd. in Bristol geht nicht mehr ans Telefon, und Pacht zahlt er nur gelegentlich. Die Verwaltung bereitet den Ausstieg vor.

Das dürfte nicht so einfach sein. In einer nicht öffentlichen Mitteilungsvorlage, die am 23. Oktober im Hauptausschuss beraten werden soll, stimmt die Verwaltung die Politik auf gerichtliche Hürden ein, sollte die Stadt den "Heimfall" des auf 30 Jahre verpachteten Geländes geltend machen.

Keine Frist für Investor

Das könnte an einer kleinen Ungenauigkeit im Vertragswerk liegen. Darin ist dem Investor nämlich keine Frist auferlegt worden, wann er mit der Errichtung der Gebäude zu beginnen hat. In einer Expertise kommt die Verwaltung zu dem Ergebnis, dass die Stadt wohl verlangen kann, dass Tycoon tätig wird. Aber nach geltender Rechtsprechung sei für eine erfolgreiche Durchsetzung des Anspruchs wohl eine Frist von mindestens fünf Jahren anzunehmen.

Dabei war es in der Planungs- und Verhandlungsphase noch hektisch und geheimniskrämerisch zugegangen. Der damalige Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner hatte die Eingeweihten zur absoluten Verschwiegenheit vergattert aus Angst, der Investor könne noch abspringen. Als alles eingefädelt war, wurde das am Standort bestehende Gewerbe vor die Tür gesetzt - dann hieß es: warten auf Tycoon. Doch das erste, was kam, war ein schwerer Treffer. In Büdelsdorf, fest eingeplantes zweites Produktions-Standbein, wurde der Kaufvertrag rückabgewickelt. Mangels Aktivität des Investors, wie es am Kanal hieß.

Rückstände in Höhe von 24.500 Euro

Das sieht nicht nach Aufbruchsstimmung aus. Seit der Übertragung des Erbbaurechts am 1. Juli 2011 wurde es auch gleich still am Harniskai 1. "Die Kontakte gingen stark zurück", schreibt die Verwaltung. Weitere Hinweise zur Entwicklung des Projektes gab es nur auf Nachfrage, Pachtzahlung selten und nur gegen Mahnung. Inzwischen sind Rückstände in Höhe von 24.500 Euro aufgelaufen, mehr als die Hälfte der seit August 2011 zu zahlenden Jahrespacht von 34.800 Euro. Nach mehreren Aufforderungen an Tycoon-Geschäftsführerin Barbara Geisel, Nachweise über die bisherigen Tätigkeiten und ihr Engagement für das Projekt Bodeneffekt-Fahrzeuge vorzulegen, wurde am 12. Juni Frist gesetzt. Tycoon möge bis 31. August die erforderlichen Verfahrensanträge stellen. Resultat: "Der Projektbeauftragte hat daraufhin lediglich auf eine formlose Abbruchanzeige sowie die Kappung der Versorgungsleitungen verwiesen", heißt es in der Vorlage.

Am 23. Oktober nun soll die Politik sagen, wie die Reise weitergeht. Hoffen auf den Investor oder die Fläche zurückholen? - das ist die Frage. Auf Grund der immer wieder geäußerten Skepsis in der Politik werde seitens der Verwaltung eine Empfehlung erwartet.

Holger Ohlsen


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