Ferienresorts, Erlebnisbäder, Einkaufszentren - eine Millionen-Abzocke?

CampusBad Flensburg

Flensborg Avis 22.08.2008

Das Wellness-Bad scheidet Geister

Uneinigkeit. Nur noch Flensburg, Glücksburg und Harrislee wollen die Region gemeinsam vermarkten.

FLENSBURG. Die gesamte Ferienregion südlich der Flensburger Förde sollte eine einzige Tourismus-Organisation erhalten. Dies war die Vision, die jetzt - zumindest in überschaubarer Zukunft - nicht mehr zu verwirklichen sein wird.

Die Industrie- und Handelskammer wurde damit beauftragt, ein Konzept zum Zusammenschluss zu erarbeiten. Doch die Gemeinden konnten sich nicht zur Durchsetzung entschließen. Am deutlichsten reagierte das neue Amt Geltinger Bucht, das aus den Gemeinden Gelting und Steinbergkirche besteht.

"Das Amt hat sich in Richtung Schlei-Region orientiert. Entsprechende Beschlüsse wurden endgültig im Juli bekanntgegeben", sagt Dirk Nicolaisen, Tourismus-Referent der IHK. Nicolaisen hatte das Konzept mit erarbeitet, das den Kommunen zur Stellungnahme vorgelegt wurde.

Doch nicht nur Gelting, sondern auch andere Gemeinden östlich von Flensburgs winkten ab. Insgesamt hätten die zehn beteiligten Gemeindeparlamente dem Vorschlag, eine gemeinsame Tourismus-Organisation für die Flensburger Förde zu gründen, nicht folgen können.

Bäder-Attacke

"Die Ämter, Städte und Gemeinden haben noch keine klaren Beschlüsse gefasst", so Dirk Nicolaisen.

Von Umland-Gemeinden an der Stadt Flensburg geäußerte Kritik spielt mit, wenn der IHK-Experte über mögliche Gründe des Scheiterns spricht. Offenbar hat Flensburgs Beschluss, ein neues Schwimmbad mit einem Wellness-Teil, der direkt mit der Fördeland-Therme in Glücksburg konkurrieren wird, die umliegenden Gemeinden verschreckt. Zumal Glücksburgs Bad mit Steuergeldern und Sicherheiten des Kreises gefördert wird.

"Der Neubau von Bädern und andere Gesichtspunkte spielen mit hinein. Wenn man touristisch zusammenarbeiten will, wird von den Gremien auch beurteilt, wie man sonst zusammenarbeitet", erläuterte der IHK-Beauftragte. Nach Informationen von Flensborg Avis haben die Gemeinden ausrücklich die Schwimmbad-Frage als Grund für ihr Auscheiden genannt haben.

Nachdem das "große Modell" hinfällig ist, setzen jetzt Flensburg, Harrislee und Glücksburg auf eine abgespeckte Zusammenarbeit. Ob es eine gemeinsame Organisation geben wird, ist noch unklar.

"Die Frage ist, ob man aufgabenorientiert zusammenarbeitet, beispielsweise, indem ein gemeinsame Gastgeber-Verzeichnis oder ein Veranstaltungsplan erstellt wird, oder ob man eine Organisationsform findet, in der die Gesellschaften zusammengelegt werden", so Nicolaisen.

Positiv sei jedenfalls, dass die direkten Nachbargemeinden durch die Kooperation möglicherweise enger zusammenrücken könnten. Dirk Thöming


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