Ferienresorts, Erlebnisbäder, Einkaufszentren - eine Millionen-Abzocke?

CampusBad Flensburg

Flensburger Tageblatt 27. November 2007

Hallenbad-Bau steht kurz vor der Vergabe

Der Zuschlag für den Bau des Hallenbads steht bevor. In ihrer nächsten Sitzung will sich die Lenkungsgruppe auf einen Favoriten festlegen. Zweite Option ist ein Bau in Eigenregie der Stadt.

Flensburg/wer

Das Projekt "Neubau eines Hallenbads" geht in den Endspurt. "Wahrscheinlich wird die Lenkungsgruppe nur noch einmal tagen", sagt Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner. Und zwar um sich für einen Bewerber zu entscheiden. "Oder auch für zwei Entwürfe. Die Entscheidung liegt dann bei der Politik, also beim Rat", sagt Tscheuschner. Das neue Hallenbad soll auf dem Campus und als ein so genanntes Public Privat Partnership realisiert werden. Ein privatwirtschaftliches Unternehmen soll demnach das Bad bauen und 25 Jahre betreiben, Besitzer ist aber die Stadt. Die gesamte Baufläche befindet sich im Besitz der Stadt.

Zum entscheidenden Faktor habe sich laut Tscheuschner der Betriebskosten-Zuschuss entwickelt. "Wir verlangen subventionierte Eintrittspreise für Schulen, Vereine und die Hochschulen. Im Gegenzug muss sich die Stadt natürlich an den Betriebskosten beteiligen", erläutert der Oberbürgermeister. Doch die Höhe des jährlichen Zuschusses wurde im Laufe des Jahres mehrere Male nach oben korrigiert - auch mit Blick auf die steigenden Energiepreise.

In den vergangenen Jahren belastete das derzeitige Hallenbad am Bahnhof den Stadthaushalt jährlich mit einem Defizit von 600 000 bis 700 000 Euro. Diese Summe sei laut OB noch geschönt, da an sich kräftig in die alte Anlage hätte investiert werden müssen.

Doch ob denn selbst ein Zuschuss, der dem tatsächlichen Defizit entspricht, also deutlich über 700 000 Euro liegt, für einen wirtschaftlichen Betrieb des Hallenbads ausreicht, ist für Tscheuschner fraglich. "Ich weiß nicht, ob wir mit dieser Summe auskommen. Entscheidend dafür ist, für welchen Entwurf sich die Politik entscheidet", betont der Oberbürgermeister. Und entscheidend sei natürlich auch, ob der Zuschuss, den die Politik mitträgt, aus Sicht des Bewerbers einen Betrieb jenseits der roten Zahlen ermöglicht. "Ansonsten muss die Stadt selbst bauen", nennt Tscheuschner eine weitere Alternative. Die Entscheidung wird voraussichtlich in der ersten Sitzung des Rates im neuen Jahr erfolgen. Erst vor wenigen Tagen besichtigten die Mitglieder der Lenkungsgruppe mehrere Bäder, für die ebenfalls hohe öffentliche Zuschüsse gezahlt werden müssen.

18 Büros hatten im Frühjahr die Ausschreibungsunterlagen angefordert und ihre Entwürfe eingereicht, darunter bundesweit bekannte Bad-Erbauer und auch Projektentwickler aus der Region. In mehreren Auswahlrunden wurden die Pläne konkretisiert und die Zahl der Entwürfe kürzlich auf zwei Bewerber reduziert.

Das derzeitige Hallenbad am Bahnhof wird in jedem Fall abgerissen. Wie die Fläche zwischen Bahnhof und Innenstadt künftig genutzt werden soll, steht noch nicht fest.


Zur Firmenübersicht Wolfgang Tober

Bodden-Therme Ribnitz-Damgarten: Thermen-Chef Wolfgang Tober soll Geld zurückzahlen


Presseübersicht Campusbad Flensburg