Ferienresorts, Erlebnisbäder, Einkaufszentren - eine Millionen-Abzocke?

Fördeland Therme Glücksburg

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Flensburger Tageblatt vom 30. 11. 2001

Erlebnisbad in der Bürgerversammlung

Deyle macht Punkte

GLÜCKSBURG

(jot)

"Die Vorentscheidung für das Erlebnisbad ist gefallen", so Uwe Deyle und Bürgermeister John Witt. Deyle stellte die Entwürfe seines Planungsbüros auf einer Bürgerversammlung in der Rudehalle vor.

Es war der Abend von Uwe Deyle. Auf der Bürgerversammlung präsentierte der Stuttgarter Ingenieur seine vorläufigen Pläne zum "Erlebnisbad und Wellnesszentrum". Endgültiges wird es erst nach der offiziellen Auftragsvergabe geben.

Mit rauer, später heiserer Stimme und gewinnendem Lächeln machte sich der Hobby-Springreiter daran, die hohe Hürde der öffentlichen Meinung zu nehmen. Rund 150 Glücksburger waren gekommen, um die zweite Variation eines Erlebnisbades unter die Lupe zu nehmen. Das Angebot war überraschend gekommen. Bis vor kurzem noch war ausschließlich mit der Agitalis AG und der Damp-Gruppe verhandelt worden, die im Kurgarten bauen wollte. Doch das Deyle-Projekt machte in Glücksburg auch unter den Einwohnern Punkte.

Das geplante Bad schließt sich an das bestehende Kurmittelhaus in der Sandwigstraße an. Zwei große Glaskuppeln werden den zweigeschossigen Komplex dominieren. Der 32-Millionen-Mark-Bau soll 780 Besuchern und ebenerdig rund 270 Autos Platz bieten. Die Kundschaft soll im Prinzip aus dem gesamten Landesteil Schleswig, diesseits und jenseits der Grenze kommen.

Das neue Bad hat in etwa die Dimensionen der Holsten-Therme in Kaltenkirchen oder des Hansedoms in Stralsund, die ebenfalls von Deyle gebaut wurden. Spaß- und Erlebnisräume beanspruchen mehr als 1 400 Quadratmeter, der Saunabereich 1 000 Quadratmeter. Innen wird es ein 300 Quadratmeter Süßwasserbecken geben, einen Extrabereich für Sportschwimmer und ein Saunabecken. Außen ist ein ganzjährig nutzbares Meerwasserbecken geplant.

Bürgerkritik wurde laut an der Größe des Sportbeckens. Die geplanten 200 Quadratmeter, bei 25 Metern Bahnenlänge und damit drei Bahnen, seien nicht ausreichend, merkte der DLRG~Vorsitzende Horst Petersen an. Deyle versprach fünf Bahnen und 300 Quadratmeter Fläche. Kritisiert wurde auch die fehlende Nutzung alternativer Energien. Solaranlagen könnten zumindest das 26 Grad warme Sportbecken und das Saunabecken heizen, so Deyle. Eingeplant sind die teuren Solar-Absorber allerdings nicht, stattdessen sollen die Dächer begrünt werden.

Mitte 2002 soll mit dem Bau begonnen werden - sofern die mit Landesmitteln beantragte Machbarkeitsstudie die Pläne bestätigt, und sofern die Mittel bereit stehen, denn erst wenn die Zuschüsse mindestens 50 Prozent erreichen, rechnet sich die Bad-Investition. Innerhalb von 18 Monaten wird das Bad dann errichtet. Mindestens 40 Ärbeitsplätze werden nach Plänen Deyles entstehen. Wer die Gehälter zahlt, steht noch nicht fest. Ob die Stadt das Bad betreibt oder die Deyle-Gruppe, ist noch zu klären. Deyle spekuliert auf einen Betreibervertrag mit mindestens zehnjähriger Laufzeit.


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