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Flensburger Tageblatt 28.12.2001

Spaßbad: Anwohner wollen klagen

GLÜCKSBURG

(om)

Das Spaß- und Erlebnisbad der Firma Deyle lasse sich nicht wie geplant in Glücksburg verwirklichen - da ist sich die "Bürgerinitiative für Glücksburg" sicher. Der Umweltbericht sieht tatsächlich vor allem bei den Außenbecken noch massiven Handlungsbedarf. Bürgermeister John Witt will schnell reagieren und "keine neuen Fronten aufbauen".
Der Umweltbericht zum geplanten Spaß- und Erlebnisbad enthält einige Brisanz: "Die Varianten zur Anordnung der Außenbecken bzw. zur Möglichkeit, die Halle großflächig zu öffnen, sind aufgrund der damit verbundenen Geräuschemissionen als nicht umweltverträglich einzustufen", heißt es dort etwa in der Zusammenfassung über den Bebauungsplan "Kurzentrum".
Das Schwimmen in Außenbecken gehört aber zum Konzept der Deyle-Gruppe, das die Stadtvertretung seit nunmehr knapp zwei Monaten vorrangig verfolgt. Nach dem Bericht, den das Altenholzer Landschaftsplanungs-Büro Matthiesen, Schlegel und Schröder für die Stadt Glücksburg zusammengestellt hat, wären Lärmschutzmaßnahmen wenig erfolgversprechend: "Selbst die Errichtung von drei bis vier Meter hohen Lärmschutzwällen(...) kann nicht verhindern, dass die Schwellenwerte der Geräuschimmission in Teilen des Wohngebietes und am Kurmittelhaus/Reha-Zentrum überschritten werden." Das Fazit der Landschaftsplaner: "Unter dem Gesichtspunkt der Umweltverträglichkeit sollte daher auf Außenbecken oder ähnlich wirkende Anlagenteile verzichtet und dies entsprechend im Bebauungsplan festgesetzt werden."
"Das Deyle-Konzept ist nicht zu verwirklichen", ist sich Reimer Backen, Sprecher der "Bürgerinitiative für Glücksburg", sicher. Das Vorhaben kollidiere mit dem Umweltbericht. "Die betroffenen Anwohner am Thingplatz werden aufgrund des Umweltberichtes klagen", kündigteder BI-Sprecher an. Neben den Außenanlagen erwartet Backen auch beim Thema Parkplätze heftigen Gegenwind von Seiten der Anwohner, zumal sich ein dreigeschossiges Parkdeck "als die für diesen Standort verträglichste Lösung herausgestellt" habe, wie es in dem Umweltbericht heißt. "Die im Bebauungsplan verfolgte Variante mit der offenen Stellplatzanlage schneidet aufgrund des großflächigen Eingriffs in das bewegte Relief und weil die Errichtung von Stützwänden erforderlich wird (mit einer den Parkdecks vergleichbaren Wirkung auf das Landschaftsbild) unerwartet ungünstig ab." Dass die Anwohner allerdings nicht viel von einem Parkdeck in Sandwig halten, haben Diskussionen in der Vergangenheit gezeigt.
"Ich erwarte, dass andere Betreiberkonzepte, etwa der an Glücksburg interessierten Firma GMF, vorgelegt werden", fordert Reimer Backen. Das müsse sehr schnell und parallel zu den Gesprächen mit Deyle geschehen, "um nicht noch mehr Zeit zu verlieren". Nach wie vor fordere die Bürgerinitiative, Michael Weilandt vom Bundesverband öffentliche Bäder zu einem Vortrag einzuladen, "um endlich einmal einen Bad-Fachmann von außerhalb zu hören".
"Wir wollen keine Front zu den Anwohnern aufbauen", erklärte Bürgermeister John Witt. Deshalb sei bereits am 3. Januar ein Treffen mit Sprechern der Bürgerinitiative und zwei Vertretern der Deyle-Gruppe geplant. "Wir müssen eine bautechnische Lösung finden. Wenn das nicht gelingt, müssen wir auf Rutsche und Außenbecken verzichten - was sehr schade wäre", so Witt. Der Bürgermeister zeigte sich aber zuversichtlich, dass der Umweltbericht zu keiner Verzögerung des Baubeginns im nächsten Jahr führt. Der Bericht werde von Anfang Februar bis Mitte März öffentlich ausliegen. "Jeder Bürger kann Eingaben machen. Anschließend muss abgewogen werden, welche Einschränkungen beim Bebauungsplan zu machen sind."
Ebenfalls Anfang Januar werde er ein Gespräch mit Michael Weilandt vom Bundesverband öffentliche Bäder führen. "Darin geht es auch um die Firma GMF."


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