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Flensburger Tageblatt 22.06.2002

Spaßbad: Entwarnung aus Kiel

Glücksburg/Kiel

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Ganz andere Töne aus Kiel: Über eine Förderung des Glücksburger Spaßbades könne nun doch vor November entschieden werden, hieß es gestern aus dem Wirtschaftsministerium. Noch fehlten allerdings wichtige Informationen.

Die Region will um das Glücksburger Erlebnisbad kämpfen. "Das Spaßbad ist für unsere gesamte Küstenregion die einzige Chance", meldete sich Peter Dietrich Henningsen, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Bürgermeister von Langballig, zu Wort. Er zeigte sich "maßlos enttäuscht" von der Kieler Entscheidung, die Beratung über eine Förderung des Glücksburger Projektes zu vertagen (wir berichteten). "Wir haben geackert und stehen alle voll dahinter", sagte Henningsen im Hinblick auf die Absicht der Gemeinden zwischen Harrislee und Kappeln, etwaige Unterschüsse aus dem Bad-Betrieb mitzutragen. Nach diesem "eindeutigen politischen Signal" erwarte er entsprechende Reaktionen in Kiel. "Wenn sich das zu lange hinzieht, wird das eine Beerdigung 1. Klasse." Diese Befürchtung teilt Manfred Bühring, Leiter der Geschäftsstelle für das Regionalprogramm: "Im Herbst werden die Förder-Voraussetzungen eher schlechter sein als heute."

Jörg-Dietrich Kamischke, der über neueste Informationen aus Kiel verfügt, sieht die Entwicklung positiver: "Ich werte das nicht als schnöde Ablehnung unseres Vorhabens", so der Landrat. Nun habe die Region die Chance, das Projekt auf ein sicheres finanzielles Fundament zu stellen. Viele Gemeinden und der Kreis Schleswig-Flensburg wollen sich zwar beteiligen, doch die Flensburger Politik hätte sich nach wie vor nicht eindeutig bekannt. "Ich hoffe, dass Flensburg nach der Sommerpause mit ins Boot kommt. Durch die Ablehnung des Glücksburger Projektes gewinnt Flensburg nichts; aber die gesamte Region verliert." Wenn eine Einigung erzielt sei, müsse man nicht auf November warten: "Mir ist angekündigt worden, dass es dann in Kiel eine Sondersitzung zum Thema Glücksburger Spaßbad geben wird."

Dies bestätigte Christa Häckel, Sprecherin des Wirtschaftsministeriums: "Wenn alles, was noch fehlt, beigebracht ist, gibt es eine Sondersitzung zu dem Thema." Tourismus- und Wirtschaftsministerium hielten das Vorhaben für ein "spannendes Projekt mit positiven Effekten für die gesamte Region". Bei einer so großen Investition gebe es jedoch auch hohe Risiken: "Uns fehlt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die alle möglichen Szenarien, wie Defizite aufgefangen werden können, durchspielen." Auch seien EU-rechtliche Fragen noch ungeklärt. "Wenn zum Beispiel bei zu hohen Einnahmen die Förderquote statt 50 nur noch 25 Prozent betragen würde, hätte man ein echtes Problem", so Christa Häckel. Zudem müssten vor einer Entscheidung "die Planungsunterlagen noch konkretisiert werden".

Glücksburgs Bürgermeister John Witt will jetzt erstmal die schriftliche Begründung aus Kiel abwarten. Er setzt aber große Hoffnung auf eine Sondersitzung der interministeriellen Arbeitsgruppe, die über die Förderung zu entscheiden hat. Jede weitere Zeitverzögerung stelle das Ostseebad vor massive Probleme: Spätestens am 31. Dezember schließt das Wellenbad. "Wenn vorher etwas kaputtgeht, dann machen wir sofort dicht", so Witt. Besteht die Möglichkeit einer Sanierung, wenn es mit dem Spaßbad nichts wird? "Eine Sanierung ist vollkommen unrealistisch", antwortet der Bürgermeister. "Wir hätten ein Defizit in Millionenhöhe, aber bei weitem nicht die Besucherzahl eines Spaßbades."


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