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Flensburger Tageblatt 16.03.2000

180 Unterschriften gegen ein Glücksburger "Großbad"

Stadtvertreter-Kritik an "Waikiki"-Plänen

Ging es um die Planungen für das Spaßbad "Waikiki", herrschte bisher immer Einigkeit in der Stadtvertretung. Nun äußerten zwei Stadtvertreter Kritik am Tempo und der Vorgehensweise bei den Planungen. Ein Anwohner übergab 180 Unterschriften von "Waikiki"-Gegnern.


GLÜCKSBURG

(om)

Erstmals war aus den Reihen der Stadtvertreter eine deutliche Kritik an den "Waikiki"-Planungen zu hören:
"Bis heute ist nicht überprüft worden, ob die Projektentwickler eine entsprechende Bonität nachweisen können", sagte Hans Uwe Axen (SSW). Auch Wirtschaftlichkeits-Analysen seien vonnöten, bevor man die teure Planung immer weiter vorantreibe. "Ich sehe auf uns zukommen, dass das Bad überhaupt nicht realisiert wird", fürchtet Axen. Die Rentabilität sei nicht gegeben.

"Statt eines Kahlschlags und eines großen Baukörpers mitten in der Natur sollten wir einen Alternativ-Plan zum ,Waikiki'-Bad entwickeln", forderte der SSW-Vertreter. Hinweise über die Firmen, die hinter "Waikiki" stünden, seien viel zu ernst, um sie einfach vom Tisch zu wischen.

"Vor einer halben Woche habe ich die Parkplatz-Varianten für das Bad erstmals gesehen - und soll heute schon darüber abstimmen", kritisierte Harald Danzer (GGW) das seiner Ansicht nach zu hohe Tempo der Planungen. "Beim Alten Meierhof ist mit der Tiefgarage auch eine für uns anfangs unerwartete Lösung herausgekommen", spielte Danzer auf die Planungen an, die einen Parkplatz im Waldstück gegenüber dem jetzigen Meerwasser-Wellenbad vorsehen.

"Wir handeln nicht zu schnell, Herr Danzer" , hielt Johannes Petersen (CDU) dem entgegen. Die. Abwägungsvorschläge bei den Bedenken der Anlieger und der Träger öffentlicher Belange seien genau durchdacht worden. Die Parkplatz-Varianten seien zudem keine echten Varianten, Vorschläge wie mehrgeschossige Parkdecks in Glücksburg nicht vorstellbar.

"Ein Ostseebad ohne Bad ist unvorstellbar. Wir müssen in den Tourismus investieren", betonte Christa Methmann (FWG). Mit den Planungen für ein großes Spaßbad, womit nicht unbedingt "Waikiki" gemeint sei, habe man viel zu spät begonnen.

16 Stadtvertreter stimmten schließlich den Abwägungsvorschlägen zu, drei (neben Axen und Danzer auch Elisabeth Riise, SSW) stimmten dagegen.

Vor der Debatte hatte Anwohner Reimer Backen einen "Offenen Brief" mit rund 180 Unterschriften (einige davon lagen bereits im Rathaus vor) von Glücksburgern an Bürgermeister Hans-Werner Petersen übergeben, die ein "Großbad" in der jetzt geplanten Form ablehnen. "Die Anlieger in der Fördestraße und am Thingplatz haben fast alle unterschrieben", sagte Reimer Backen auf Nachfrage. "Aber es sind auch zahlreiche Vermieter aus Bockholm und Holnis darunter."

Da sich die "Bürgerinitiative gegen ein Großbad" nicht als Verein gegründet habe, würden deren Mitglieder jetzt mit Einzelklagen gegen den zu erwartenden Beschluss vorgehen. Backen schwebt dabei eine Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht vor. "Unser Ziel ist der sofortige Stopp der Planung", sagte Backen. "In Glücksburg muss ein touristisches Gesamtkonzept her, in das ein Bad in vernünftiger, angepasster Größe eingebunden wird."

Er werde eine Einzelfall-Untersuchung bei einem Landschaftpfleger in Auftrag geben, um zu erreichen, dass eine Umweltverträglichkeits-Untersuchung gemacht werden müsse. Damit seine Forderungen vor Gericht überhaupt eine Chance haben, habe er zusätzlich ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben:

"Der Verkehrsplaner kommt zum Ergebnis, dass bis zu 250 Autos pro Stunde zum Spaßbad kommen-das wäre der Verkehrskollaps für Glücksburg", fürchtet Backen. Beim Schallgutachten seien gravierende Fehler gemacht worden: "Es fehlt der Verkehr auf dem Busparkplatz, es fehlt der normale städtische Verkehr von Anliegern, Touristen, Hotelbesuchern und Zulieferern" , zählt Backen auf. Und noch eines sei nicht berücksichtigt worden: "Auch so ein Bad selber macht eine Menge Lärm."


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