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Flensburger Tageblatt vom 28. April 1999

Aus der Spaß

Armes Glücksburg! Eben noch himmelhoch jauchzend, heute zu Tode betrübt. Eine schlechte Nachricht aus dem Osten verwässert den prickelnden Champagner der Freude über die Aussicht auf "Waikiki", das neue Spaßbad. Im thüringischen Mühlhausen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den potentiellen Großinvestor, und zwar wegen Subventionsbetruges und Untreue. Auch wenn damit noch lange nichts bewiesen ist, hört der Spaß schlagartig auf, weil die Saat des Zweifelns zu keimen beginnt. Mal sehen, welche Früchte sie hervortreibt. Hoffentlich kein marodes Wellenbad.

Holger Ohlsen

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Glücksburger Investoren

"Waikiki"-Projekt in heftigen Turbulenzen

Glücksburgs Freude über das geplante "Waikiki"- Spaßbad blieb nicht lange ungetrübt. Gestern wurde bekannt, daß die Staatsanwaltschaft Mühlhausen (Thüringen) gegen die Schweizer Investoren unter dem Verdacht des Subventionsbetruges ermittelt. Glücksburgs Bürgermeister Hans-Werner Petersen reagierte bestürzt. "Das haut mich vom Hocker!"

GLÜCKSBURG

MÜHLHAUSEN (ho)

Hans-Joachim Petri, Leitender Oberstaatsanwalt in Mühlhausen, bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die laufenden Ermittlungen. Als Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft des Bundeslandes Thüringen habe man das Verfahren vor etwa einem Jahr von der Staatsanwaltschaft Gera übernommen. Die Kollegen dort seien von Amts wegen tätig geworden: weil es Verdachtsmomente wegen Subventionsbetruges gegeben habe.

In Zeulenroda nahe Gera schlägt ein "Waikiki"-Spaßbad des potentiellen Glücksburger Investors "Aqua Planet" hohe Wellen. Das Land Thüringen ließ sich den attraktiven Badespaß in der strukturschwachen Region 15 Millionen Mark an Subventionen kosten. Die hohe Bezuschussung des Projektes war allerdings an eine Bedingung geknüpft: Gewinne sollten direkt der Region zugute kommen. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft gibt es jedoch Zweifel, ob die Investoren sich an die Abmachung gehalten haben. "Wir prüfen derzeit die Kontobewegungen", meint Petri. "Das ist eine sehr aufwendige Recherche, und ein Ende ist noch nicht abzusehen."

Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwaltes richten sich die Verdachtsmomente gegen zwei Geschäftsführer des Investors und gegen den Bürgermeister von Zeulenroda. In dem thüringischen Städtchen war die Kommune als Eigentümerin des Bades in Schwierigkeiten geraten, der Investor war in diesem Fall lediglich Betreiber des Bades gewesen.

Glücksburgs Bürgermeister Hans-Werner Petersen reagierte schockiert auf die Nachricht. "Das ist schlimm nach dem euphorischen Auftakt." Im Verlauf des Nachmittags war Petersen jedoch schon wieder etwas gelassener, nachdem er bei Amtskollegen Informationen über den Investor Rolf André eingeholt hatte. Wo "Aqua Planet" geplant und investiert hat, so seine Informationen, sei das Unternehmen durchweg seriös und verläßlich aufgetreten. Auch in Pinneberg, wo vor einer Woche ein 70 Millionen Mark teures "Aqua Planet"-Projekt vorgestellt wurde, bleibt man gelassen. Pinnebergs Bürgermeister Horst-Werner Nitt verweist auf ausgezeichnete Referenzen des Unternehmens. Gegenüber einer Hamburger Tageszeitung wies "Aqua"-Geschäftsführer Rolf André die Vorwürfe entschieden zurück. Er sei Opfer einer Kampagne.

In der Tat scheinen die in Pinneberg kursierenden Informationen von Gernot Voh; einem ehemaligen "Aqua-Planet"-Mitarbeiter und jetzigen Mitbewerber, zu stammen. Petersen vermutet nach einem Gespräch mit seinem Pinneberger Kollegen einen Racheakt im Hintergrund.

Ganz abtun kann er das Thema damit natürlich nicht. "Wir werden das im nächsten Gespräch mit den Investoren zur Sprache bringen", sagt Petersen. Am Glücksburger Fahrplan ändert sich jedenfalls vorläufig nichts. Heute steht die Bauleitplanung zur Beratung im Bauausschuß an, und Hans-Werner Petersen geht sicher davon aus, daß die baurechtlichen Voraussetzungen für das Spaßbad geschaffen werden. Für den Kurort sieht er keine Gefahr. Anders als Zeulenroda in Thüringen ist die Stadt weder als Betreiberin noch als Eigentümerin vorgesehen. "Wir stellen lediglich das Grundstück zur Verfügung und sorgen für die baurechtlichen Voraussetzungen", sagt Petersen. "Die Stadt geht mit keiner Mark ins Risiko."

Der in der Schweiz lebende potentielle Investor Rolf André war gestern für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen - genauso wenig wie der ehemalige Mitarbeiter Gernot Voh.


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