Keitum Therme

Presse Keitum Therme, Sylt-Ost (Planung: Uwe Deyle)


Quelle: Sylter Rundschau 15.11.2008

"Deyle fehlt jeder Verhandlungswille"

Wie soll es mit der Keitum Therme weitergehen?

Keitum
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- Der Versuch der Gemeinde Sylt-Ost, sich mit Uwe Deyle als Planer und Betreiber der im Rohbau gestoppten Keitum Therme über dessen Ausstieg aus dem Projekt zu einigen, ist "vollständig gescheitert". Diese Einschätzung der letzten Verhandlungsrunde beider Seiten am vergangenen Wochenende teilte der für die Gemeinde tätige Anwalt Dr. Carsten Krage am Donnerstag den Gemeindevertretern und der Öffentlichkeit mit.

Auf Wunsch der Politik hielt Krage seinen Bericht größtenteils öffentlich. Über die Chancen und Risiken weiterer Maßnahmen der Gemeinde informierte der Jurist die Politiker jedoch hinter verschlossenen Türen. Allerdings im Beisein von einem halben Dutzend Westerländer Stadtvertretern, die kurzerhand zu "Sachverständigen" erklärt wurden, um sich aus erster Hand ein Bild von der Situation machen zu können. "Fünf Wochen vor der Fusion macht es Sinn, sich gemeinsam ein Bild zu verschaffen, da auch die weiteren Beschlüsse gemeinsam gefasst werden", betonte der amtierende Bürgermeister Erik Kennel. Zwar sieht die Gemeindeordnung die Beteiligung von Vertretern einer anderen Kommune nicht explizit vor, da jedoch keine Beschlüsse gefasst oder beraten wurden, sah die Gemeindevertretung darüber hinweg.

Was die Politiker aus Sylt-Ost und Westerland - und in Teilen die Öffentlichkeit - zu hören bekamen, war eine schonungslose Abrechnung Krages mit dem Verhandlungsgebaren Deyles. Von "kein Verhandlungswille spürbar" über "Sachdiskussion unmöglich" bis hin zu "ihm fehlt jede Einsicht, dass er eine Mitverantwortung an der Situation hat", reichten Krages Einschätzungen.

Statt sich die Vorschläge der Gemeinde anzuhören und nach einer Lösung zu suchen, habe Deyle eine weitere Vorabzahlung gefordert, im Gegenzug würde die Gemeinde nähere Informationen über das Projekt erhalten. Als "unglaubwürdig" und "in sich nicht plausibel" bezeichnete Krage die Aussagen Deyles, dass die KG zum einen hohe Verbindlichkeiten habe, die sie nicht bedienen könne, im Gegenzug aber eine angebliche Millionenforderung gegenüber der ehemaligen Bauarbeitsgemeinschaft nicht geltend machen wolle.

Krages Fazit: "Herr Deyle ist mit Sicherheit kein Partner mehr für eine langfristige Zusammenarbeit, die Entscheidung, sich von ihm zu trennen war richtig. Jetzt wissen wir, dass man nicht auf eine wirtschaftlich vernünftige Einigung mit ihm setzen darf." Zwar wird eine Entscheidung über das weitere Vorgehen der Gemeinde erst nach Absprache mit den Fusionspartnern getroffen, nach den Ausführungen von Dr. Krage deutet nun jedoch alles daraufhin, dass die Politik den bisher 10,5 Millionen Euro nicht noch mehr Geld hinterher werfen, sondern auf eine gerichtliche Klärung setzen wird. Krage: "Egal, wie man weiter vorgeht, es gibt weder eine Termin- noch eine Finanzsicherheit."


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