Keitum Therme

Presse Keitum Therme, Sylt-Ost (Planung: Uwe Deyle)


Quelle: Sylter Rundschau 12.12.2007

Keitum Therme: Gemeinde will drei Millionen von Deyle

Von chr

Eine offizielle Bestätigung gibt es von der Gemeinde zwar nicht, doch nach Informationen der Sylter Rundschau hat sich Sylt-Ost mit den Baufirmen auf eine Schadensersatzzahlung von 3,7 Millionen Euro für Mehrkosten und Verzögerungen beim Bau der Keitum Therme geeinigt. Damit ist sichergestellt, dass der Bau weitergeht und die Gemeinde einen Rechtsanspruch gegenüber dem Planungsbüro Deyle hat, das ihrer Ansicht nach die Verantwortung für den Großteil der Mehrkosten trägt.

Der Bau der Therme schreitet inzwischen voran - aber wer trägt die Verantwortung für die erheblichen Mehrkosten?

Die juristische Auseinandersetzung darüber, wer für die realen wie angeblichen Mehrkosten beim Bau der Keitum Therme aufzukommen hat, ist mindestens so kompliziert wie das Vertragswerk für Bau und Betrieb der Therme selbst. Für die Kritiker des 15,5-Millionen-Euro-Projektes ist die am Donnerstag von der Gemeindevertretung beschlossene und mittlerweile unterzeichnete außergerichtliche Einigung zwischen der Gemeinde und der den Bau ausführenden Arbeitsgemeinschaft (Arge) daher vor allem ein Beleg, dass in Sylt-Ost "niemand durchblickt" und die Gemeinde "finanziell an die Wand gefahren wird".

Angesichts einer Summe von 3,7 Millionen Euro, die die Arge nach Informationen der Sylter Rundschau als Schadensersatz von der Gemeinde erhält, eine nachvollziehbare Einschätzung. Zumal die Gemeinde mit diversen Straßenausbaumaßnahmen, der Erweiterung der Tinnumer Grundschule und dem Ankauf und Abriss des Fliegerhorstes weitere Millionen-Investitionen zu schultern hat. Doch bei der Gemeinde ist man zuversichtlich, sich einen Großteil der 3,7 Millionen "vom eigentlichen Verursacher" zurückholen zu können, wie Bürgermeister Christoph Schmatloch als Begründung für die Einigung mit der Arge anführt. Was nichts anderes heißt, als das Sylt-Ost seinen Thermen-Partner Uwe Deyle in seiner Funktion als Planer für drei Millionen der Mehrkosten verantwortlich macht.

Nach Angaben von Rechtsanwalt Henrik Bremer konnte die Gemeinde aufgrund des komplizierten Vertragskonstruktes nur durch die Übernahme der Ansprüche der Arge zum einen den drohenden Baustillstand verhindern und zum anderen einen Rechtsanspruch gegenüber der Planungsgruppe Deyle erwerben. Nach der auf ein Gutachten gestützten Ansicht der Gemeinde ist Deyles mangelhafte Bauplanung für die mehr als dreimonatige Bauverzögerung verantwortlich. Bremer: "In Gesprächen muss man jetzt nach einem gemeinsamen Nenner suchen. Unter den gegebenen Umständen die beste Lösung für Sylt-Ost. Den Bau zu stoppen wäre ein wirtschaftliches Fiasko."

Sollte der Thermen-Planer und künftige -Betreiber Deyle dabei nicht mitspielen, droht allerdings ein langwieriger Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang. Verliert Sylt-Ost, würde die Therme 19 statt 15,5 Millionen kosten. Und von zwei Partnern (Gemeinde und Deyle) betrieben werden, deren Verhältnis vom ersten Tag an ziemlich gestört sein dürfte.


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