Keitum Therme

Presse Keitum Therme, Sylt-Ost (Planung: Uwe Deyle)


Quelle: Sylter Rundschau 09.07.2008

Politik will die Trennung von Thermen-Partner Deyle

Reaktionen der Sylt-Oster Fraktionen auf die aktuelle Situation der Therme

Keitum
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- Bereits in der kommenden Woche will die Sylt-Oster Gemeindevertretung eine Entscheidung treffen, wie es mit dem Projekt Keitum Therme weitergehen soll. Nachdem die Fraktionen am Montag über den aktuellen Sachstand informiert wurden (wir berichteten), besteht bei den meisten Politikern offenbar nach wie vor der prinzipielle Wille, das Projekt fertig zu stellen. "Eine Bauruine nützt niemandem", betont nicht nur SSW-Vertreter Peter Iden.

Voraussetzung für einen Weiterbau ist jedoch die Klarheit über die weiteren Kosten, die finanzielle Machbarkeit für die Gemeinde sowie die Trennung von ihrem privaten Thermen-Partner Uwe Deyle, zu dem das Vertrauensverhältnis seit längerem erheblich gestört ist.

SWG-Fraktionschef Sönke Hansen plädiert dafür, Deyle die Anteile an der Betriebs KG sowie die Urheber- und alle weiteren Rechte an der Therme möglichst kostenfrei abzukaufen. "Damit wäre eine Insolvenz vermieden und der Weg frei, gemeinsam mit Westerland schnell nach einer Lösung zu suchen, die sich die neue Kommune leisten kann - vielleicht ja auch mit einer neuen inhaltlichen Ausrichtung des Projektes."

Bei der angestrebten Einigung mit Deyle müsse nach Hansens Ansicht jedoch weiterhin die Möglichkeit einer staatsanwaltlichen Prüfung aller Vorgänge bestehen, um herauszufinden, ob Steuergelder verschwendet wurden.

Ein Verdacht, den zumindest CDU-Fraktionssprecher Harald Theoboldt noch nicht ohne weiteres zu akzeptieren bereit ist. Er verweist darauf, dass die Gemeinde stets vertragsgemäß Vorauszahlungen geleistet habe. "Laut Verträgen, denen die Gemeindevertretung mit zwei Drittel Mehrheit zugestimmt hat." Zudem bestehe der Gegenwert für die 8,5 Millionen Euro an die Betriebs KG nicht nur in dem Rohbau, sondern auch in den Planungskosten (etwa 2,5 Millionen Euro). "Ich sehe nach wie vor Chancen, die Therme wirtschaftlich vertretbar fertig zu stellen. Dazu müssen wir aber klar sagen, dass wir sie weiterhin wollen." Ob mit oder ohne den bisherigen Partner, hänge von den Verhandlungen ab, die die Gemeinde derzeit mit Deyle führt. Dieser scheint mittlerweile offenbar auch zu Zugeständnissen bereit.

Um dem Votum seiner Fraktion nicht vorzugreifen, wollte sich SPD-Sprecher Volker Andersen gestern nicht zum Thema Therme äußern. Sein einziger Kommentar: "Wir wundern uns, nach vielen Stunden gemeinsamer Beratungen, diese Haltung der SWG aus den Medien zu erfahren."


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