Keitum Therme

Presse Keitum Therme, Sylt-Ost (Planung: Uwe Deyle)


Quelle: Sylter Rundschau 18.12.2006

Startschuss mit Hindernissen: Bauantrag für Therme vertagt

Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe an den Investor Uwe Deyle wurde am Freitag der Startschuss für die "Keitum-Therme" gegeben. In Kürze werden die Abrissbagger das marode Schwimmbad und die Kurverwaltung einebnen. Vorausgesetzt, Deyle lässt die Baupläne bis dahin nochmal überarbeiten. Den eingereichten Plänen versagte der Bauausschuss nämlich die Zustimmung.

Keitum
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fd/chr

- Ein wenig Wehmut lag in der Luft, als sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kurverwaltung Sylt-Ost am Freitag zur Weihnachtsfeier im ehemaligen Leseraum des Keitumer Touristbüros trafen. Schließlich war es das letzte Mal, dass die Räumlichkeiten mit Leben erfüllt wurden. Bis Mitte Januar haben das leer stehende Gebäude und das Schwimmbad noch eine kurze Gnadenfrist, dann wird mit dem Abriss begonnen.

Die Weihnachtsfeier startete mit einem symbolischen Akt: Sylt-Osts Bürgervorsteher Manfred Uekermann überreichte im Beisein von Bürgermeister Christoph Schmatloch und Kurdirektor Uwe Winter die Schlüssel des Touristbüros an Investor Uwe Deyle. Genau um Mitternacht wurde die neu gegründete "Keitum-Therme Betriebsgesellschaft" neuer Hausherr. Während die Gemeinde auch künftig Eigentümer des Grundstücks bleibt, erstellt und betreibt die Betriebsgesellschaft gemäß des Erbbaurecht-Vertrags die neue Therme.

"Bislang läuft alles genau nach Plan. Ich freue mich sehr auf den weiteren Fortgang des Projekts", bekundete Uwe Deyle, und auch Christoph Schmatloch konstatierte: "Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Ablauf, alle Absprachen wurden eingehalten." Eine Einschätzung, die zumindest der Bauausschuss wenige Tage zuvor nicht recht teilen mochte.

Während Schmatloch am Freitag von einem "marginalen Grund" sprach und erklärte, dass lediglich die Firsthöhe "etwas zu hoch" angegeben worden sei, erläuterte der Ausschussvorsitzende Bernd Christensen auf Nachfrage: "Wir haben den Bauantrag einstimmig bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt, weil er in vielen Belangen nicht dem vorgestellten Projekt entsprach." Weder die Größe der Gebäude noch deren Höhe (11,80 Meter) und Außenansichten entsprächen der Ursprungsplanung. Christensen: "Das passte alles nicht, weil es die Umgebung erschlagen würde. In dieser Form hätten wir den Antrag nur ablehnen können." Nun sei man gespannt, ob und in welcher Form der Investor die Pläne ändern werde und ob sich möglicherweise Kompromisse finden ließen.

Investor und Gemeinde blicken derweil bereits auf den 18. Januar, für den sich Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen angekündigt hat. Im Gepäck haben wird er einen Förderbescheid für die Therme in Höhe von 2,6 Millionen Euro. "Nachmittags wird es eine umfassende Bürgerinformation geben, abends steigt dann eine öffentliche Abrissparty", kündigte Schmatloch an.

Bis März sollen Kurverwaltung und Schwimmbad verschwunden sein. Das zerkleinerte Baumaterial wird zunächst am ehemaligen Bahnübergang östlich von Keitum gelagert und dann als Befestigung für den Weg am Bahndamm genutzt. "Dies dient der Vorbereitung für die Verstärkung des Damms", erläuterte Schmatloch und betonte: "Obwohl wir mit bis zu 500 Lkw-Ladungen rechnen, wird es keine Verkehrs- und Lärmbelästigung geben: Die Transporte verlaufen am Ortsrand über das Mülheim-Grundstück und den Ingiwai."

Ende März soll dann mit dem Rohbau der Therme begonnen werden. Als Eröffnungstermin ist der 11. April 2008 vorgesehen. Dann wird auch das Keitumer Touristbüro wieder an alter Stelle zu finden sein.


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