Keitum Therme

Presse Keitum Therme, Sylt-Ost (Planung: Uwe Deyle)


Quelle: Sylter Rundschau 08.12.2007

Sylt-Ost: Mammut-Sitzung mit Einigung zur Keitum Therme

Es muss ein zähes Ringen gewesen sein: Fünf geschlagene Stunden debattierten vorgestern die Sylt-Oster Gemeindevertreter. In nicht-öffentlicher Sitzung ging es neben anderen Problemfeldern um eine Einigung außerhalb des Schiedsgerichtsverfahrens zur Keitum Therme. Am Ende wurde einem Vergleich zugestimmt. In welcher Höhe, wollte der Bürgermeister nicht verraten.

Morsum
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- Nervenstärke war gefragt an diesem Donnerstagabend. Sowohl die Sylt-Oster Bürger als auch ihre politischen Vertreter mussten Sitzfleisch mitbringen. Denn nach nur wenigen Minuten, in denen die Öffentlichkeit zugelassen war, gingen die Gemeindevertreter ("Bis später") in Klausur. Für zweieinhalb Stunden.

Das Publikum harrte der Dinge, die da kommen sollten, überbrückte die Zeit im munteren Gespräch bei einem Glas Wein oder bei einer Partie Doppelkopf. Oberamtsrat Joachim Rück war es, der um 20.05 Uhr als erster den Kopf durch die Tür steckte - und noch um etwas Geduld bat.

Bürgervorsteher Manfred Uekermann hatte eingangs erklärt, warum man so vorging. Es waren Sachverständige geladen, wie etwa der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Albert von Mutius, der noch in der Nacht nach Rügen musste. Auch den anderen Experten wollte man ermöglichen, die Heimreise anzutreten. Eine Übernachtung auf der Insel kostet schließlich etwas und die Gemeinde wolle, so Uekermann, sparen.

Sparen, wenn auch in einem etwas anderen Umfang, will man auch bei der Keitum Therme. Mit Spannung war das Ergebnis einer außergerichtlichen Einigung in der Frage der Kosten für die Bauverzögerungen erwartet worden. Doch um diese Frage zu klären, bedurfte es einer zweiten "geschlossenen Gesellschaft", als die interessierte Öffentlichkeit sich längst verflüchtigt hatte.

Gestern berichtete Bürgermeister Christoph Schmatloch auf Anfrage unserer Zeitung von dem Ergebnis. Mit der Zustimmung zum vorgelegten Vergleich seien nunmehr sämtliche Forderungen an die Gemeinde abgegolten - sowohl von Baufirmen als auch der Deyle-Gruppe. "Es gibt keine Nachforderungen von irgendeiner Seite." Über die Höhe des Vergleichs sei Stillschweigen vereinbart worden. Aber: "Die Gemeindevertretung hat der Vereinbarung mit sehr großer Mehrheit zugestimmt." Er selbst sei mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir haben den Schaden auf das Kleinstmögliche reduziert." Noch einen Grund mehr gibt es laut Schmatloch, keine Summen zu nennen. Man müsse noch einen zweiten Schritt tun, um mit Uwe Deyle "den weiteren Ablauf" zu konkretisieren.

Dieser hatte zuvor erklärt, dass er an eine Komplettlösung nicht glaube. Gestern äußerte er sich kurz und knapp: Von einem Vergleich sei ihm nichts bekannt. "Was ich nicht kenne, kommentiere ich nicht". Die bange Frage bleibt: Muss die Gemeinde mit weiteren Forderungen der von Deyle vertretenen Betreibergesellschaft rechnen?


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