Keitum Therme

Presse Keitum Therme, Sylt-Ost (Planung: Uwe Deyle)


Quelle: Sylter Rundschau 26.01.2010

Therme: Jetzt nur nichts überstürzen

Nach Vergleich mit Deyle geht’s nun um die Nutzung des Grundstückes

Sylt

Die Erleichterung bei den Politikern der Gemeinde war gestern groß, nachdem sie vom positiven Ausgang der Schiedsgerichtsverhandlung über die Keitum Therme (wir berichteten) erfahren hatten. Während Karsten Kerkamm (CDU) als stellvertretender Bürgermeister bei den neunstündigen Verhandlungen in Frankfurt die Selbstverwaltung vertrat, wurden die meisten Fraktionsvorsitzenden noch am Sonnabend telefonisch über den Vergleich zwischen Gemeinde und Betriebsgesellschaft informiert. Ein Vergleich, der entgegen der ursprünglichen Planung ohne Widerspruchsfrist geschlossen wurde und seit Sonntag rechtsgültig ist. Die Kosten des Verfahrens übernimmt komplett die Gemeinde Sylt.

Bürgermeisterin Petra Reiber wertete das Ergebnis gestern als "für die Gemeinde absolut genial - besser hätte es nicht laufen können." Das Schiedsgericht sei nicht nur hochkarätig besetzt, sondern auch super vorbereitet gewesen und sogar noch über den Antrag der Gemeinde hinaus gegangen. Nachdem die Gemeinde nun wieder im Besitz des Grundstückes sei und von Uwe Deyle auch alle Thermen-Unterlagen erhalten werde, könne als nächstes eine Ist-Analyse des Rohbaus vorgenommen werden. "Ein Gutachten über den baulichen Zustand ist Voraussetzung für alle politischen Überlegungen über eine künftige Nutzung des Grundstückes", erklärten Reiber und Kerkamm unsisono. Kerkamm wertete das Ergebnis darüber hinaus als "große Motivation", weiter an der Lösung der Probleme der neuen Gemeinde zu arbeiten.

Wie SPD-Fraktionschef Gerd Nielsen warten auch die Vertreter der anderen Fraktionen jetzt auf die schriftlichen Details des Thermen-Vergleiches, um dann die weiteren Schritte festlegen zu können. Nielsen: "Das Ergebnis vom Sonnabend ist natürlich absolut positiv, auch wenn wir jetzt vor dem nächsten Problem stehen: was wollen wir mit dem Grundstück machen?" Sein SWG-Kollege Sönke Hansen ist zunächst einmal froh, "das Problem Deyle gelöst zu haben", um die Therme nun baulich, finanziell und inhaltlich neu bewerten zu können. Der SSW zeigte sich gestern froh, "endlich gemeinsam nach vorne gucken zu können", wie Klaus Jensen erklärte, während es Grünen-Sprecherin Maria Andresen bei der telefonischen Zustimmung zum Vergleich vor allem darum ging, "das Dilemma so schnell wie möglich zu beenden".

Einig sind sich Politik und Verwaltung auch darin, die Frage eines möglichen Verkaufes des Thermen-Grundstückes zur Teil-Finanzierung der Schulden nicht übers Knie zu brechen. Sönke Hansen: "Was wir verkaufen, ist unwiderruflich weg. Darum sollten wir sehr sorgfältig alle Möglichkeiten prüfen, das Grundstück in kommunaler Hand zu behalten." Auch Reiber bezeichnet eine Form von Erbbaurecht als "Optimal-Vorstellung".

Da Deyle die Forderungen an die Baufirmen wegen zu viel bezahlter Gelder ebenfalls an die Gemeinde abgetreten hat, lässt die Aussicht auf mögliche Rückflüsse auch die SPD über eine Alternative zum Verkauf nachdenken. "Auf keinen Fall sollten wir etwas überstürzen", so Nielsen. Auch Petra Reiber verwies darauf, dass es zwar eine "hohe Erwartung der Bürger gebe, den Schandfleck schnell zu beseitigen", es trotz des ersten Erfolges jedoch keine Sache sei, "die in drei Monaten durchgestanden ist". Carsten Kerkamm: "Das Wichtigste ist, dass die politischen Gremien jetzt endlich wieder vernünftig planen können."

Jörg Christiansen


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