Keitum Therme

Presse Keitum Therme, Sylt-Ost (Planung: Uwe Deyle)


Quelle: Sylter Rundschau 08.12.2008

Therme: Weitere Verzögerungen

Wenn in dieser Sache alles so zuverlässig wäre, wie die immer wieder auftretenden Verzögerungen - die Keitum Therme wäre längst in Betrieb. Während die Gemeinde auf die Bearbeitung ihrer Klage gegen Projektplaner Uwe Deyle wartet, laufen im Rathaus immer wieder Anrufe auf, in denen von negativen Erfahrungen mit dem Unternehmer berichtet wird.

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- Hofft er, die Gemeinde mürbe zu machen? Oder fürchtet Thermenplaner Uwe Deyle den Rechtsstreit über den seit eineinhalb Jahren ruhenden Rohbau auf dem Keitumer Kliff zu verlieren und will dann eventuell auf ihn zukommende Zahlungen möglichst lange hinaus zögern? Auch Rechtsexperten können zurzeit nur mutmaßen, was den Stuttgarter dazu bewegt, die Entscheidung über die Zukunft des Grundstücks scheinbar immer weiter zu verzögern.

Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber empfindet dieses Gebaren zwar als ungewöhnlich ("Das habe ich so noch nie erlebt"), andererseits aber passe es zum bisherigen Verhalten des Unternehmers: "Auch in den Vergleichsverhandlungen kamen wir ja schon deshalb nicht voran, weil Herr Deyle entweder gar nicht reagierte oder plötzlich Vorschläge machte, die total an der Sache vorbei gingen."

Nachdem die Gemeinde im März eine Klage auf Anerkennung der 2008 ausgesprochenen Vertragskündigungen und auf Herausgabe des Grundstücks eingereicht hatte (wir berichteten), beantragten Deyles Anwälte schon für ihre Klageerwiderung eine Fristverlängerung, die sie bis zum letzten Tag ausreizten. Inzwischen liegt ihre Antwort zwar vor, wirft aber ein neues Problem auf: Die Juristen zweifeln auf einmal die vertraglich festgelegte Zuständigkeit des Schiedsgerichts an. Reiber: "Warum sie das tun, kann ich persönlich nicht nachvollziehen, aber das kostet alles Zeit." Schließlich habe der Richter Fristen gesetzt, nach denen noch in diesem Jahr entschieden werden solle, ob die Vertragskündigungen wirksam sind und die Gemeinde wieder das Besitzrecht an der umstrittenen Fläche habe. "Aber jetzt wird es allein schon Wochen dauern, bis nur die Zuständigkeitsprüfung abgeschlossen ist."

Währenddessen laufen im Rathaus immer wieder Anrufe von Leuten auf, auch von Bürgermeistern, die Reiber von ihren ebenfalls negativen Erfahrungen mit Deyle berichten. Die Verwaltungschefin: "Er scheint deutschlandweit bekannt zu sein."

Uwe Deyle war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


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