Therme Schleswig

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shz.de 31. 08. 2010

Streit um Therme

Schleswigs Unmut über Glücksburg

31. August 2010 | Von dj

Schleswigs Bürgermeister sieht keine Konkurrenz zwischen der geplanten Therme auf der Freiheit und der Fördelandtherme in Glücksburg. Dort sieht man das anders.

Zwischen Glücksburg und Schleswig hängt der Haussegen schief. Anlass sind Äußerungen von John Witt, Geschäftsführer der Glücksburger Fördeland-Therme. In der Ausgabe der Schleswiger Nachrichten vom vergangenen Sonnabend hatte er erklärt, dass die Schleswiger Therme eine Konkurrenz zu der Glücksburger Einrichtung darstellen würde. Am Montag folgte die Antwort aus dem Schleswiger Rathaus: Bürgermeister Thorsten Dahl wies die Bemerkungen von Witt in ungewöhnlich deutlicher Form zurück. "Die Fördeland-Therme ist laut, es gibt keinen Schallschutz. Dort wird niemals das geboten werden, was man in Schleswig bieten wird", sagte Dahl.

Die harsche Reaktion des Bürgermeisters hat einen Grund: Denn Schleswig wird für die Gesundheitstherme auf der Freiheit nur dann einen 9,8-Millionen-Euro-Zuschuss erhalten, wenn gleichzeitig gesichert ist, dass keine "Kannibalisierungseffekte" mit bestehenden Bädern zu erwarten sind. Deshalb hatte Wirtschaftsminister Jost de Jager im Frühjahr ein neues Gutachten in Auftrag gegeben, um einen Überblick über die Bädersituation im nördlichen Schleswig-Holstein zu erhalten. Die Ergebnisse sind vor zwei Wochen im Wirtschaftsministerium vorgestellt worden. Die Kernaussage lautete: Die Schleswiger Therme könne mit dem Thema "Gesundheit" ein "Alleinstellungsmerkmal" für sich verbuchen. Das bedeutet: Laut Gutachten gibt es weit und breit keine Konkurrenz.

"Glücksburg ist als Spaßbad gebaut worden."

Das sieht John Witt allerdings ganz anders. Gegenüber den Schleswiger Nachrichten übte er Kritik an Aussagen der Gutachter und machte deutlich, dass der Wellness-Bereich schon jetzt eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Fördeland-Therme habe. Schleswig und Glücksburg würden demnach um dieselbe Zielgruppe werben.

Bürgermeister Dahls Antwort: "Glücksburg ist als Spaßbad gebaut worden." Dies lasse sich nicht ohne weiteres umwandeln. Dahl betonte, dass man das Schleswiger Projekt in den vergangenen Jahren mit Glücksburg abgestimmt habe. Zeitweise sei sogar die Rede davon gewesen, den Glücksburger Thermenbetreiber - die Deyle-Gruppe - auch mit dem Betrieb der Schleswiger Therme zu betrauen. "Wie gut, dass wir das nicht gemacht haben, das wäre ja ein Scherbenhaufen geworden", so Dahl. Die Deyle-Gruppe hat Glücksburg mittlerweile den Rücken gekehrt, weil durch das neue Campusbad in Flensburg eine neue Konkurrenz erwachsen ist.

Wirtschaftsministerium: Keine Konkurrenzsituation zu Glücksburg

Das Wirtschaftsministerium zeigte sich über die Äußerungen von John Witt ebenfalls verwundert. Mit einer eindeutigen thematischen Ausrichtung der Schleswiger Therme werde es keine Konkurrenzsituation zu Glücksburg geben, hieß es aus Kiel. Nach Auffassung der Gutachter sei gerade die Glücksburger Einrichtung nicht geeignet, das Thema "Wellness" erfolgreich zu besetzen.

In der Politik kochten die Emotionen hoch. CDU-Ortsverbandsvorsitzender Frank Neubauer sagte, dass er John Witt sehr schätze, ihm aber nicht die Kompetenz unterstelle, die Bäderlandschaft zu analysieren. SPD-Ratsfraktionschef Karsten Reimer sah in den Äußerungen von Witt ein Alarmsignal: "Wenn die in Glücksburg schon jetzt 40 Prozent ihres Umsatzer mit Wellness erwirtschaften, ist das auf jeden Fall eine Konkurrenz zu der geplanten Schleswiger Gesundheitstherme."


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