Tropenbad Waikiki Zeulenroda

Frankenpost vom 05. Februar 2000

Trennung von Schweizer Aqua-Planet-Gruppe

Stadt-Firma übernimmt Betrieb des Tropenbades "Waikiki" in Zeulenroda

ZEULENRODA. - Ein Schlussstrich ist unter die Auseinandersetzung zwischen Eigentümern und Betreibern des Tropen-Erlebnisbades "Waikiki" im thüringischen Zeulenroda gezogen worden. Das hat die Geschäftsleitung der stadteigenen Eigentümergesellschaft WFZ am gestrigen Freitag mitgeteilt. Sie hat demzufolge am Donnerstag auch den Betrieb des Bades übernommen.

Wie berichtet, war das "Waikiki" wegen des undurchsichtigen Vertragsgeflechts zwischen der WFZ, der Betreiberfirma BWZ und deren schweizerischer Dachgesellschaft Aqua- Planet in die Schlagzeilen geraten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt sowohl gegen Zeulenrodas Bürgermeister und WFZ- Chef Frank Steinwachs als auch gegen die Aqua-Planet-Geschäftsführerin Claudia Andrè und ihren Mann Rolf. "Waikiki"-Gewinne sollen - unter Umgehung der Zweckbindung der staatlichen Millionen-Subventionen - auf betrügerische Weise in die Schweiz abgeflossen sein.

Im Dezember hatte das Oberlandesgericht (OLG) in Jena entschieden, dass die Betreiberfirma BWZ strittige Nutzungsentgelte in Höhe von knapp 1,5 Millionen nachzahlen muss. Auch der Streit um die Räumung des Bades war vor dem OLG anhängig und sollte am 16. Februar von Thüringens höchstem Gericht entschieden werden.

Dazu wird es jetzt nicht mehr kommen, wie die WFZ-Geschäftsleitung mitteilte. "Die BWZ GmbH hat in Abstimmung mit der WFZ GmbH mit Wirkung vom 3.2.2000 die Betreibung des Freizeitbades an die WFZ GmbH übertragen. Die zwischen WFZ GmbH und BWZ GmbH geführten Auseinandersetzungen vor einem Schiedsgericht und vor staatlichen Gerichten werden eingestellt beziehungsweise nicht weiter betrieben."

Die stadteigene Gesellschaft versicherte in ihrer Pressemitteilung vom Freitag, sie werde den weiteren reibungslosen Betrieb des Freizeitbades gewährleisten. Auf den bisherigen Erfolg aufbauend, werde die WFZ das Bad nach dem bewährten "Waikiki"-Konzept fortführen. Alle bereits gekauften Gutscheine und Geldwertkarten blieben gültig.

Das im Juni 1997 eröffnete größte Spaßbad weit und breit - ein 37-Millionen-Mark-Projekt - zieht etwa 1000 Besucher täglich an, darunter viele Oberfranken und Vogtländer. Von den Badegästen unbemerkt, schwelt schon seit 1998 zwischen Eigentümer und Betreiber ein Streit über den zwischen den Gesellschaften geschlossenen Geschäftsbesorgungsvertrag, besonders über die monatlich abzuführende Miete, das Nutzungsentgelt.

Es war zu umfangreichen gerichtlichen Auseinandersetzungen gekommen. Nun sind die strittigen vertraglichen Bindungen der Mitteilung der WFZ zufolge "mit sofortiger Wirkung" und "in beiderseitigem Einvernehmen" beendet worden.

Rainer Maier