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Freizeitbad monte mare Rheinbach

Presse monte mare Rheinbach


General-Anzeiger Online - Bonn 26. 10. 2004

Das Taucherbecken im "Monte Mare" bleibt schon wieder leer

Der Betreiber "Rhein Dive" hat Insolvenz angemeldet - Die Stadt Rheinbach will eine schnelle Lösung und vor allem eine baldige Fortführung des Betriebs

Von Annette Claus

Rheinbach. "Das Taucherbecken ist kurzfristig geschlossen worden." Diese Auskunft haben am Dienstag diejenigen erhalten, die beim Rheinbacher Freizeitbad "Monte Mare" anriefen und sich eigentlich mit dem Taucherzentrum verbinden lassen wollten.

Den Grund teilte Rheinbachs erster Beigeordneter Raffael Knauber dem General-Anzeiger auf Anfrage mit: "Rhein Dive", die Betreiberfirma des Taucherbeckens, hat am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt, am Abend gab es ein erstes Gespräch mit dem Insolvenzverwalter.

Wie berichtet, kann die Firma "Rhein Dive" nach eigener Auskunft ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen - weil sie sich nach den Verzögerungen beim Bau des Taucherbeckens mit der Stadt, die Eigentümerin ist, bislang nicht über einen Vergleich einigen konnte, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Grzeszczak mitteilte. Als die Firma daraufhin im März die Pacht reduzierte, habe "Monte Mare", der Betreiber des gesamten Freizeitbades und Verpächter für "Rhein Dive", die Eintrittsgelder für das Taucherbecken einbehalten.

"'Rhein Dive' ist es nie gelungen überzeugend darzulegen, wie hoch die Schäden sind, die durch die Verzögerungen entstanden und ob alles getan wurde, um zu verhindern, dass die Schäden aus dem Ruder laufen", sagte Knauber am Dienstag. So habe die Firma auch zu den Zeiten, als das Becken nach der ersten Eröffnung wieder geschlossen wurde, "viel Personal vorgehalten".

Angaben über entgangene Gewinne und sämtliche Prognosen seien fiktiv gewesen, weil es erst seit November vergangenen Jahres einen "Echtbetrieb" gebe. "Wir waren seit Monaten über Entschädigungen in Verhandlungen. In der Zwischenzeit entstand wohl eine finanzielle Schieflage, deren Ursache sich mir nicht direkt erschließt", so Knauber.

Ob der Hintergrund Missmanagement, die Besucherzahlen oder die Schäden durch entgangene Einnahmen wegen der Verzögerungen seien - darüber wolle er nicht spekulieren. "Fakt ist, dass wohl Geld fehlt und deshalb Insolvenz angemeldet wurde."

Wie es mit "Rhein Dive" weitergeht, müsse nun der Insolvenzverwalter entscheiden. "Er kann sagen, die Firma soll die Geschäfte weiterführen oder eben nicht." Im letzteren Fall sei "klar, dass das Ganze von 'Monte Mare' übernommen wird".

Mit dem Betreiber des gesamten Freizeitbades, der das Taucherbecken wiederum an "Rhein Dive" unterverpachtet hat, hat sich die Stadt bereits im Sommer diesen Jahres über einen Vergleich geeinigt. Dabei ging es aber eben nicht um das Taucherbecken, sondern um Verzögerungen bei der Eröffnung des Freizeitbades und einige Bauschäden. Knauber betonte am Dienstag die "guten Geschäftsbeziehungen" zwischen Stadt und "Monte Mare".

Für den ersten Beigeordneten der Stadt ist es vor allem wichtig, dass das Taucherbecken so schnell wie möglich wieder geöffnet wird. "Wir wollen keine große Unterbrechung", sagte er und sprach angesichts der langen Reihe von Problemen mit dem Taucherbecken von einem "Trauerspiel". Allerdings müsse man sich grundsätzlich "um das Taucherbecken keine Sorgen machen. Es wird als Stütze des Freizeitbades so oder so weitergeführt." Und: "Es liegen massenhaft Anmeldungen vor."

(26.10.2004)


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