Erlebnisbad Käpt'n Nemo in Seiffen

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Freie Presse Online 07.04.2000

SEIFFEN: Schon wieder Zoff ums Seiffener Spaßbad

Ex-Geschäftsführer Dieter Behrmann will von seinem Rauswurf nichts gewusst haben - Streit um Käpt'n Nemo - Ultimatum bis Ostern

(TW). Der gefeuerte Seiffener Bad-Chef Dieter Behrmann ist verärgert. "Ich bin stinkesauer", sagte er am Mittwochabend im Spielzeugdorf, "die Vorgehensweise von Seiffen ist eine Katastrophe." Damit reagierte er auf die Art und Weise seiner Abberufung als Geschäftsführer der Tourismus Seiffen GmbH. Behrmann war völlig überraschend in Seiffen aufgetaucht. Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz erklärte er, er habe erst aus der Zeitung von seinem Rauswurf erfahren. "So geht man doch nicht mit seinem Geschäftspartner um", schimpfte er.

Außerdem sei es von Anfang an klar gewesen, dass er nur bis Ende März Geschäftsführer der Tourismus GmbH bleibe, ergänzte Behrmann. "Wir wollten hier das Nemo-Konzept einführen, was aus heutiger Sicht auch sehr erfolgreich gelungen ist", sagte er. Seinen Worten nach seien die Besucherzahlen ganz deutlich gestiegen. Seit 1. Dezember hätten im Durchschnitt pro Tag 221 Badegäste die Einrichtung besucht. In Ferienwochen sei diese Zahl sogar auf das Doppelte oder Dreifache gestiegen. "Insofern weiß ich bis heute nicht, warum sich die Kommune gegen mich entschieden hat", fügte er hinzu. Einzig die Erklärungen von Seiffens neuem Zwangsverwalter Heinz Wagener vor einer Woche könnten der Grund sein, so Behrmann. Doch davon habe er auch nur in der Zeitung gelesen. Wagener hatte dort verkündet, Behrmanns Konzept und seine Prognosen für den Betrieb des Freizeitzentrums seien in keiner Weise überzeugend. "Das beißt sich doch", konterte Behrmann. Erst gestern habe ihn Wagener gefragt, ob man in Seiffen auch künftig das Nemo-Konzept beibehalten könne. "Was will man denn nun?" fragte der verärgerte Unternehmer aus dem westfälischen Hagen.

Jetzt wolle er Seiffen bis Ostern ein Ultimatum einräumen, in der man sich entscheiden müsse - für oder gegen das Nemo-Konzept. Soll Nemo bleiben, wolle auch Behrmann weiterhin Einfluss haben. Auch werde er sein Ja-Wort nur dann geben, wenn die Gastronomie nicht länger in privater Hand bleibe. "Bad und Gastronomie müssen eine Einheit bilden", so Behrmann. "Lehnt Seiffen das Nemo-Konzept ab, werde ich der Gemeinde rückwirkend zum 1. Dezember jede Mark in Rechnung stellen", kündigte Behrmann an.

Seiffens Zwangsverwalter Heinz Wagener wies Behrmanns Vorwürfe am Donnerstag zurück. "Wir haben Herrn Behrmann in der vergangenen Woche nicht erreicht, ihn aber über seinen Bevollmächtigten in Kenntnis gesetzt", sagte er, "wenn der die Information nicht weiterleitet, ist das nicht unser Problem." Außerdem sei es bei dem Gespräch am Mittwoch lediglich darum gegangen, ob Seiffen den Namen Nemo beibehalten könne, und was Behrmann im Gegenzug dafür verlangt. Wagener: "Das Konzept selbst stand überhaupt nicht zur Debatte."


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