Schwimmbad / Solebad Heide

sh:z 02.03. 2001

Stadtwerke mit Deyle-Büro unzufrieden

Freizeit- und Solebad: Alles beginnt bei Null

Die Planungen für die Erweiterung und Modernisierung des Schwimmzentrums beginnen wieder ganz von vorne. Grund: Mit den Leistungen des Architektenbüros ist die Stadtwerke GmbH nicht zufrieden. Jetzt wird der Planungsauftrag neu ausgeschrieben.

HEIDE

Dieter Brumm

Die Modernisierung des Schwimmzentrums und der Bau eines Solebades alles fängt wieder bei Null an. Grund: Die Stadtwerke Heide GmbH ist mit den Leistungen des Architektenbüros Deyle nicht einverstanden. Bisher war davon ausgegangen worden, dass in den Kosten von 14 Millionen Mark auch die Sanierung der maroden Technik steckt. Als die Stadtwerke dies genauer wissen wollten, räumte Deyle schließlich ein, dass keine einzige Mark für die Sanierung übrig ist. Es folgte eine detaillierte Kostenermittlung für den Sanierungsbedarf der Technik. Ergebnis: Der finanzielle Aufwand liegt bei 5,2 Millionen Mark. Mit den Neubaukosten beträgt der Finnanzbedarf nunmehr 19,2 Millionen.

Neben dem Finanzdebakel wollten die Stadtwerke auch nicht die von Deyle veranschlagte Bauzeit von 45 Monaten akzeptieren. Für die Stadtwerke ist es völlig undenkbar, das Schwimmzentrum für fast vier Jahre zu schließen. Schließlich wollten die Stuttgarter nicht auf den Vorschlag eingehen, die Modernisierung in Abschnitten vorzunehmen und diese entsprechend auszuschreiben. Vielmehr hätte Deyle gerne alles an einen Subunternehmer vergeben. So hat der Aufsichtsrat beschlossen, die gesamte Planung erneut europaweit auszuschreiben. Auch soll ein Controlling-Büro das Projekt weiter begleiten.

Die bisherigen Planungsunterlagen können die Stadtwerke nun wegwerfen, denn sie dürfen nicht verwendet werden. Grund: Bürgermeisterin Meike Jahns soll dem Deyle-Büro das Urheberrecht vertraglich zugesichert haben. Dies erfuhr unsere Zeitung von Mitgliedern des Hauptausschusses, der sich in nichtöffentlicher Sitzung mit der Angelegenheit befasste.

Ohne große Diskussion befürwortete das Gremium unter Vorsitz von Peter Renken (SPD) das Vorgehen der Stadtwerke-Geschäftsführung. Allerdings weist der Hauptausschuss darauf hin, dass er an den von der Ratsversammlung beschlossene Deckelung von 14 Millionen Mark für die Schwimmbad-Sanierung vorerst festhält. Aber es heißt in der Beschlussvorlage auch: Der Ratsversammlung muss vorbehalten bleiben, nach dem ersten Planungsschritt jede Lösungsvariante zwischen Kosten von 14 Millionen Mark und denen, die sich aus den von der Ratsversammlung beschlossenen Baumaßnahmen zuzüglich Reparaturstau ergibt, auszuwählen.

Im Klartext: Wenn auch das neue Architektenbüro mehr als 14 Millionen Mark veranschlagt, soll darüber diskutiert werden, woher das Geld kommt. Möglich ist auch, die Erweiterung abzuspecken und zum Beispiel auf die Rutsche zu verzichten. Geplant ist bisher ein Freibad, ein Eltern-Kind-Bereich in der Halle, eine Rutschanlage sowie die Erweiterung der Sauna. Hinzu kommt noch der Anbau für das Solebad. Allem voraus gehen muss die Sanierung der Technik, in die seit Jahren nicht investiert wurde. Durch die erneute Ausschreibung wird mit einer Zeitverzögerung von mindestens sechs Monaten gerechnet. Ein neues Konzept und die dazu gehörige Kostenermittlung liegen wohl erst nach der Sommerpause vor. Dann muss die Ratsversammlung neu entscheiden.