Fördeland Therme Glücksburg

Presse Fördeland Therme Glücksburg


Flensburger Tageblatt vom 05.02.2009

Klage: Deyle kündigt Vertrag für Fördeland-Therme

Schwerer Schlag für die Tourismus-Hochburg Glücksburg: Die Fördeland Therme verliert zum 1. April ihren Betreiber. Uwe Deyle hat den Vertrag mit der Stadt gekündigt. Glücksburg hat dagegen geklagt. Als Grund für den Rückzug nennt Deyle die drohende Konkurrenz durch den Bau des Flensburger Campusbads.

Glücksburg
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sh:z

- Die Fördeland Therme ist wirtschaftlich zum Scheitern verurteilt. So sieht es zumindest der Betreiber des vor knapp zwei Jahren in Glücksburg eröffneten Erlebnisbads. Uwe Deyle hat deshalb den Vertrag mit der Stadt Glücksburg gekündigt - und das bereits zum 31. März. Die Stadt Glücksburg hat gegen die Kündigung geklagt. Der Streit um die Therme, in der öffentliche Fördermittel von 7,5 Millionen Euro stecken, wird nun vor Gericht entschieden. An sich sollte die Deyle-Gruppe laut Ausschreibung nach dem Bau der 14 Millionen Euro teuren Fördeland Therme diese auch 25 Jahre betreiben.

"Die Besucherzahlen steigen stetig. Wir sind nach einigen Anfangsschwierigkeiten kurz vor der schwarzen Null - und das ohne Bezuschussung", sagt Dirk Petersen, Deyles Projektleiter für das Bad. "Doch die Chance, die Glücksburger Therme wirtschaftlich zu führen, lässt uns das Erlebnisbad, das in Flensburg gebaut wird, nicht", betont Uwe Deyle, der seine rund 40 Mitarbeiter gestern in Glücksburg persönlich von der Kündigung informierte.

Gut ein Drittel der knapp 200 000 Thermen-Besucher des vergangenen Jahres kamen aus Flensburg. Viele von diesen werden nach der Fertigstellung des Flensburger Bads den Weg nach Glücksburg nicht mehr machen. Die Subventionierung der Flensburger Konkurrenz, die jährlich einen Betriebskostenzuschuss von 1,38 Millionen Euro erhält, führe laut Deyle zudem zu einer Wettbewerbsverzerrung in der Preisstruktur, die nicht kompensierbar ist.

Wie geht es mit dem touristischen Leuchtturmprojekt und seiner Belegschaft nach dem 31. März weiter? "Wir werden bis zum letzten Tag den vollen Service bieten", betont Deyle. Danach sei die städtische Gesellschaft für den Betrieb und alle Kosten verantwortlich. "Ich gehe davon aus, dass sich für die Besucher und für die Mitarbeiter zunächst nichts ändert", sagt Uwe Deyle. Nicht nur er, sondern auch die Glücksburger Politik, der Landrat und sogar einige Landtagspolitiker hatten vor dem Bau eines Flensburger Bads mit Spaß- und Wellness-Elementen mit Blick auf die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der Fördeland Therme gewarnt. "Dass Flensburg dennoch an diesem Bad-Konzept festgehalten hat, war nicht gerade ein Akt der Freundschaft", sagt Bogislav-Tessen von Gerlach. Doch als Kündigungsgrund will der Landrat das Campus-Bad nicht akzeptieren. "Das ist nur ein Vorwand, die Auswirkungen des Flensburger Bads auf die Fördeland Therme sind noch gar nicht absehbar", sagt von Gerlach.

Die mit Deyle geschlossenen Verträge bezeichnet der Landrat als "wasserdicht". Eine Kündigungsklausel gebe es nur für die Stadt Glücksburg, nicht für den Investor.

Gelingt Uwe Deyle dennoch das Kunststück, sich aus dem Betreibervertrag heraus zu klagen, droht ein Absicherungs-Szenario Realität zu werden, das besonders den Kreis Schleswig-Flensburg teuer zu stehen kommen würde. Denn ist die Bürgschaft von Deyle über 500 000 Euro aufgebraucht, steht Glücksburg für die nächsten 60 000 Euro gerade, die folgenden 80 000 Euro teilen sich Flensburg und der Kreis im Verhältnis eins zu drei. Das Defizit, das darüber hinaus geht, muss allein vom Kreis beglichen werden - in unbegrenzter Höhe. "In letzter Konsequenz ist der Kreis dran", weiß auch von Gerlach. Doch mit der dafür erforderlichen Insolvenz Deyles rechnet der Landrat nicht. "Ich hoffe, nach diesem juristischen Muskelspiel setzen sich alle als Partner wieder an einen Tisch und finden eine Lösung", sagt er.

Dazu wäre Uwe Deyle bereit. Doch auf Glücksburger Seite herrscht derzeit Funkstille - aus taktischen Gründen, um das laufende Verfahren nicht zum eigenen Nachteil zu beeinflussen. Ein Gespräch zwischen Uwe Deyle und Stadtrat John Witt fand deshalb gestern nicht statt.

ANJA WERNER


FT 05.02.2009: Glücksburg-Therme: Stadt klagt gegen Deyle

shz.de 05.02.2009: Das Ende der Spaßbäder in Schleswig-Holstein?


Flensborg Avis 19.05.2008: "Det er dyrt at klage"

På 29 sider begrunder "Vergabekammer" i Kiel, hvorfor udliciteringen af den planlagte svømmehal i Flensborg er sket i overensstemmelse med gældende regler.

Det var Deyle-gruppen i Stuttgart, der klagede imod licitationens resultat. Del, fordi Deyle selv kom med et (dyrere) tilbud, som ikke blev tilgodeset. Dels fordi Deyle ejer og driver Fördeland-Therme i Lyksborg og nu frygter, at konkurrencen i Flensborg vil være stor... weiterlesen


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