Kristallbad Lübbenau

Quelle: Lausitzer Rundschau 03.05.2007

Lübbenauer Bäder unter neuer Regie

Die Fahne, die jetzt vor dem Lübbenauer Bäderkomplex hochgezogen wurde, symbolisiert den Beginn einer neuen Ära. Neu ist nicht nur der Name: "Spreewelten Sauna- und Badeparadies Lübbenau" statt bisher "Kristallbad" . Neu ist vor allem, dass Bäderlandschaft und Hallenbad Delphin jetzt unter Regie einer kommunalen Gesellschaft laufen und nicht mehr als eines von mehreren Bädern der Nürnberger Kristallbäder AG. Durch einen Ausbau für knapp vier Millionen Euro soll das Bad zudem attraktiver werden, um sich im Wettbewerb zu den umliegenden Freizeitbädern zu behaupten.

Differenzen um die Pacht haben die Stadt Lübbenau und den bisherigen Bad-Betreiber, die Kristallbäder AG in Stein bei Nürnberg, entzweit. Die Stadt Lübbenau will vor den Kadi ziehen, um rund 1,3 Millionen Euro von dem Ex-Betreiber einzuklagen. Kristallbäder-Vorstandschef Heinz Steinhart hatte mit dem Ausstieg in Lübbenau gedroht, wenn die Stadt bei der Pacht nicht einlenke. Die Stadt Lübbenau war angesichts ihrer offenen Forderungen keineswegs abgeneigt und beendete das auf 15 Jahre angelegte Vertragsverhältnis vorzeitig zur Hälfte der Laufzeit.

"Wir haben im Prinzip fristlos gekündigt", so Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos). Die Stadtverordneten haben im Februar dieses Jahres einstimmig beschlossen, die Bäder in eigener Regie weiterzuführen.

Michael Jakobs, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS), fungiert jetzt auch als Geschäftsführer des Tochterunternehmens "Top of Spreewald GmbH" . In dieser neuen Gesellschaft sind Spreewiesel-Center, der Concierge-Service des Spreewald-Hauses, die Spreewiesel-Dependance im Bahnhof nebst Spreewelten-Pension zusammengefasst, vor allem aber das Hallenbad Delphin und das Spreewelten-Bad. 50 der knapp 60 "Top-of-Spreewald" -Mitarbeiter sind dem Bäderbereich zuzurechnen.

Sie werden ab sofort mit neuem Dress und unter dem neuen Logo "Top of Spreewald" tätig sein. Das ist das Markenzeichen, mit dem die Stadt Lübbenau künftig punkten will. Logo mit Titel und Design werden ortsansässigen Unternehmen zur kostenfreien Verwendung ans Herz gelegt, um für den Standort zu werben.

Die von der Kristallbäder AG im Streit um die Pachthöhe ins Feld geführte wachsende Konkurrenz der Freizeitbäder in der Region leugnen auch die neuen kommunalen Betreiber nicht. Allerdings sei eine gewisse Spezialisierung erkennbar, so Bürgermeister Wenzel. Ein großes Plus von Lübbenau sei dabei der Sauna-Bereich. Die geplanten Investitionen sollten daher diese Stärke weiter ausbauen, zum Beispiel durch Verbesserung des Ambiente, der Ruhezonen und des Außengeländes.

Das Umbau-Konzept des Vorgängers werde "in den nächsten Wochen und Monaten komplett auf den Prüfstand" gestellt, sagte Bürgermeister Wenzel, unter anderem mit Blick auf Zielgruppen, Nachfrage-Erwartungen und Wirtschaftlichkeit der Pläne.

Nicht nur kostenträchtige Umbauten, sondern auch Events, Saisonkarten, Saunafeste und Ähnliches sollen zusätzliche Besucher locken. Auch auf Kundenwünsche soll reagiert werden - zum Beispiel auf die Kritik an der Rauch-Erlaubnis im Umfeld der Saunen. Das werde sich ändern, so Jakobs.

Am Samstag, 19. Mai, sollen bei einem Tag der offenen Tür Einheimischen und Touristen die neuen Ideen präsentiert werden.

Saunafreunde, Familien, Senioren, aber auch junge Paare haben die neuen Betreiber als Haupt-Zielgruppen im Visier. Etwa je zur Hälfte werde das Bad von Einheimischen und Auswärtigen aus den Großräumen Berlin, Dresden und Cottbus frequentiert, schätzt Michael Jakobs.

Von Klaus Alschner