Erlebnisbad Trimini in Kochel am See

Erlebnisbad Trimini Kochel am See


Quelle: merkur-online.de 30.11.2010

Trimini: Kristall Bäder AG wirft die Brocken hin

Kochel am See - Die Kristall Bäder AG will nicht länger mit der Gemeinde Kochel über die Übernahme des defizitären Triminis verhandeln.

Außer Spesen nichts gewesen - so fasst "Bäderkönig" Heinz Steinhart die Erfahrungen zusammen, die er aus seiner Sicht mit der Gemeinde Kochel gemacht hat. Fünf Jahre lang habe man Pläne für die Modernisierung des kommunalen Familienbads Trimini gemacht und habe alle Fragen beantwortet. "Aber es tut sich einfach nichts. Das sind lauter Dauerschläfer in Kochel, denen egal ist, wie sich der Ort entwickelt", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Kristall Bäder AG.

Die AG hatte im November 2005 große Pläne für die Umgestaltung des defizitären Bades vorgelegt, diese ein Jahr später aber wieder zurückgezogen, bevor man nun im laufenden europaweiten Ausschreibeverfahren offenbar wieder Interesse an der Übernahme der Einrichtung anmeldete.

Da sich aber auch dieses Verfahren bereits seit über einem Jahr zieht, reicht es der Kristall Bäder AG nun: "Wir haben uns endgültig besonnen und müssen Ihnen leider mitteilen, dass uns die über fünfjährige Verhandlungsdauer und die durch die Finanzstruktur gesetzten Bedingungen nun reichen", schreibt Vorstandsvorsitzender Frank Nägele in einem Brief an die Gemeinde. Alle gesetzten Fristen seien ungenutzt verstrichen. "Und wir erklären Ihnen hiermit, dass wir mit Kochel am See nicht mehr weiter verhandeln wollen und keine weiteren unnötigen Ausgaben mehr produzieren." Da die Gemeinde ja stets betont habe, dass es andere Bewerber gebe, könnte man ja nun mit denen weiter verhandeln, so Nägele.

Steinhart allerdings bezweifelt, dass es tatsächlich andere Aspiranten für die millionenschwere Sanierung und Übernahme des Bades gibt. "Kochel ist kein leichter Standort. Das Trimini braucht eine Generalsanierung. Dafür muss man mindestens zehn Millionen in die Hand nehmen.

Dazu kommt noch das erhebliche jährliche Defizit. Kein Mensch hat an Kochel Interesse." Und das gelte ab sofort eben auch für die Kristall Bäder AG. Dieser Rückzug wurde 2006 ja schon einmal angedroht, ist es denn dieses Mal endgültig? "Ja, und zwar sowas von", sagt Steinhart. "Ich jedenfalls werde Kochel nur noch weiträumig umfahren."

Auch wenn Bürgermeister Thomas Holz die Verärgerung über diesen Angriff deutlich anzuhören ist, will er die Aussagen "eigentlich nicht kommentieren". Im laufenden Ausschreibungsverfahren sei man zum Stillschweigen gegenüber allen Beteiligten verpflichtet. Dass sich dieses Verfahren, bei dem es immerhin um ein Zwölf-Millionen-Projekt gehe, über ein Jahr hinziehe, halte er auch nicht für ungewöhnlich.

Wie viele Bewerber sich tatsächlich für das Trimini interessieren, will Holz nicht sagen. "Aber wir haben mehr als ein Angebot."

Dass sich Steinhart mit seinen "Querschüssen" an die Presse gewandt habe, hält der Rathauschef schlicht "für schlechten Stil". Davon lasse sich die Gemeine aber "nicht aus der Ruhe bringen".


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